Ankunft durch die Hintertür: Die Mannschaft von Hertha BSC ist am Mittwoch nach ihrem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga in die Hauptstadt zurückgekehrt. Das Team landete am Nachmittag am Flughafen Tegel.

Die meisten Spieler verließen den Airport fernab der wartenden Kameras. Nur Kapitän Andre Mijatovic und zwei weitere Spieler liefen wortlos und starren Blickes an den Journalisten vor dem Ankunfts-Gate vorbei. Der Rest des Teams stieg nach Aussagen von Passagieren des Air-Berlin-Flugs 1001 noch auf dem Rollfeld in einen Bus, der die Spieler vom Flughafengelände fuhr.

Tags zuvor hatten die Berliner beim Relegation-Rückspiel gegen Fortuna Düsseldorf 2:2 den Klassenerhalt verpasst und müssen nach dem 1:2 im Hinspiel zum sechsten Mal aus der Bundesliga absteigen.

Die Düsseldorfer Polizei zog am Tag nach dem Spiel mit schweren Ausschreitungen Bilanz. Sie klingt allerdings weit weniger dramatisch als das, was Reporter aus dem Stadion berichteten oder am Fernseher live mit zu verfolgen war. Und auch die Hertha-Spieler hatten wohl einen ganz anderen Eindruck von den Ereignissen. „Die Spieler saßen mit Todesangst leichenblass in der Kabine", sagte Herthas Anwalt Christoph Schickhardt am Mittwoch im Gespräch mit Sky Sport News HD. Im Morgenmagazin des ZDF ergänzte Schickhardt: „Der Schiedsrichter Wolfgang Stark hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern wohl nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation - man hat von einem Blutbad gesprochen - zu verhindern.“

In der Pressemitteilung der Düsseldorfer Polizei heißt es, mehr als 1000 Beamte seinen im Einsatz gewesen. Es sei "weder vor, während noch nach dem Spiel zu gravierenden körperlichen Auseinandersetzungen oder Gewalt" zwischen Hertha- und Fortuna-Fans gekommen. Weiter wird mitgeteilt: "Trotz eines hochdramatischen Verlaufs und der großen Emotionalisierung beider Fanlager blieb es aus polizeilicher Sicht während des Spiels weitestgehend friedlich."

Starken Polizeikräften unterhalb des Gästeblocks sei es "erfolgreich gelungen", im Falle eines sogenannten Platzsturm die Fangruppen voneinander fernzuhalten. Nach Unterbrechung des Spiels habe sich der Schiedsrichter nach Beratung und Rücksprache, unter anderem mit der Polizei, entschlossen, die Begegnung nach 20 Minuten wieder aufzunehmen. Die Fans hätten zu diesem Zeitpunkt das Spielfeld wieder soweit verlassen, "dass die Sicherheit im Stadion, für Zuschauer, Spieler und Verantwortliche gewährleistet werden konnte", so wörtlich in der Pressemitteilung.

Zur Bilanz des Abends und der Nacht gehörten nach Polizeiangaben: acht Körperverletzungen, acht Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, ein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, 17 Strafanzeigen und acht freiheitsentziehende Maßnahmen, wie es wörtlich heißt.

dpa/sei