Nach dem Relegation-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) hat der DFB Ermittlungen eingeleitet. Nach Informationen der „Sportbild“ richten sich diese konkret gegen Hertha-Profi Lewan Kobiaschvili und Düsseldorf-Profi Andreas Lambertz.

Demnach soll Kobiaschvili Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Abpfiff ins Gesicht geschlagen haben. Bei Lambertz gehe es darum, dass er nach Spielende mit einem Bengalo auf dem Platz stand.

Sportrechtsexperte Michael Lehner sieht unterdessen gute Erfolgschancen für einen möglichen Protest von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsrückspiels. „Das Spiel ist nicht ordnungsgemäß nach dem Prinzip der Chancengleichheit zu Ende gebracht worden. Es gab einen Bruch im Sinne der Spielentwicklung“, sagte Lehner. „Die Mannschaft von Hertha BSC ist durch das Verschulden Dritter einer reellen Chance beraubt worden, das Spiel noch zu gewinnen. Deswegen müsste es aus juristischer Sicht eine Spielwiederholung geben.“

Trotz der Tatsachenentscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark, das Spiel nach 20-minütiger Unterbrechung wieder anzupfeifen, hält Lehner eine juristische Beurteilung für erforderlich. „Das Spiel musste schließlich aus übergeordneten Sicherheitsaspekten fortgeführt werden“, sagte Lehner. Bei der Bewertung des Falls müssten aufgrund nicht eindeutiger gesetzlicher Grundlagen Präzedenzfälle betrachtet werden.

Berlins Justizsenator Heilmann kritisiert Einsatzkräfte

Angesichts der chaotischen Begleitumstände beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin hat Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) die Einsatzkräfte in Düsseldorf kritisiert.

„An sich kann man so etwas verhindern, das geht in anderen Stadien auch“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Offensichtlich habe die nordrhein-westfälische Polizei damit nicht gerechnet. „Ich finde das sehr bedauerlich“, sagte Heilmann.

Das Spiel war am Dienstagabend von FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark mehrmals unterbrochen worden und stand am Rande eines Abbruchs. Zwei Minuten vor Ende des Spiels waren tausende Düsseldorfer Fans auf das Spielfeld gestürmt. Erst nach der Räumung des Rasens konnte das Spiel zu Ende gebracht werden. Die Berliner sind nach dem Remis zum sechsten Mal abgestiegen.