Bundesliga

Herthas 0:6-Pleite spricht Bände

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Martin Kleinemas

Hertha BSC hat noch acht Spiele Zeit, den Klassenerhalt zu schaffen. Doch nach dem nicht erstligareifen Auftritt der Berliner gegen die Bayern fehlt langsam der letzte Glaube an ein Wunder, meint Martin Kleinemas. Ein Kommentar.

Es gibt Tage, da wäre man besser im Bett geblieben. So gesehen hätten sich die Profis von Hertha BSC am Sonnabend lieber noch einmal umdrehen sollen. Gleiches gilt für die Fans. Um es kurz zu machen: Das Wochenende hat den aus Berliner Sicht schlechtesten Verlauf genommen, der möglich war. Erst gewannen am Nachmittag die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf Freiburg und Augsburg. Dann folgte am Abend der peinliche Auftritt gegen den FC Bayern. Der harte Fakt: Hertha steht auf einem Abstiegsplatz und kann bei einem Lauterer Sieg am Sonntag gegen Schalke sogar Letzter werden. Wundern muss das nicht mehr: Eine Mannschaft, die fünf Trainer in einer Saison hatte und in der Winterpause nicht verstärkt wurde, kann doch nichts anderes als planlos kicken, dem neuerlichen Abstieg entgegen.

Aber vor allem die Art und Weise, wie Hertha das Spiel im ausverkauften Olympiastadion bereits nach neun Minuten hergeschenkt hatte und sich völlig auseinander nehmen ließ, spricht Bände. Keine Spur von Klassenkampf. Da war nichts als pure Angst zu sehen, vor einer hohen Niederlage, vor einer Demontage. Wo war er, der Kampfgeist, den Trainer Rehhagel unter der Woche eingefordert hatte? Wo war der Plan des Trainers gegen das Topteam?

Aber alles Lamentieren führt nicht zu Punkten. Während Augsburg seit nun sieben Heimspielen in Folge unbesiegt ist, steht für die Berliner nur ein Sieg aus den letzten neun Partien im Olympiastadion zu Buche. Genau hier aber, vor den eigenen Fans, müssen die Punkte im Abstiegskampf geholt werden. Acht Spiele hat die Mannschaft jetzt noch Zeit, eine Wende zu schaffen. Aber nach dem nicht erstligareifen Auftritt gegen die Bayern fehlt langsam der letzte Glaube an ein Wunder.

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