Nach Skibbe-Rauswurf

Götz bietet sich als neuer Hertha-Trainer an

Nach der Entlassung von Michael Skibbe ist Hertha wieder auf Trainersuche. In die engere Auswahl kommen neben Rangnick auch Götz, Röber und Stanislawski. Gegen Dortmund wird wohl Jugendtrainer René Tretschok auf der Bank sitzen.

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Die Situation muss den Fans von Hertha BSC so ein bisschen wie ein Déjà-vu vorkommen. Schließlich ist es gar nicht so lange her, dass die Hoffnungen des Klubs auf einem Interimstrainer lagen: Vor dem Pokal-Achtelfinale gegen Kaiserslautern. Damals nahm sich Rainer Widmayer, bis dato Co-Trainer unter dem gerade entlassenen Cheftrainer Markus Babbel, ein Herz und führte den Berliner Bundesligisten in einem emotionalen Spiel ins Viertelfinale. Danach war auch für ihn Schluss. Nun wird es am Sonnabend ausgerechnet gegen Meister Borussia Dortmund wieder eine solche Konstellation geben. Cheftrainer Michael Skibbe wurde am Sonntag mit seinem Assistenten Edwin Boekamp entlassen . Ein Nachfolger, das machte Manager Michael Preetz deutlich, wird zwar jetzt gesucht – er wird aber erst nach dem kommenden Wochenende vorgestellt. Bis dahin wird es erneut eine Interimslösung geben. „Wir werden am Dienstag eine interne Lösung haben. Und wir suchen nach einem Trainer“, sagte er. Wer aber gegen Dortmund den „Widmayer“ geben wird, wollte der Klub noch nicht preisgeben. Aller Voraussicht nach dürfte es sich aber um Jugendtrainer René Tretschok handeln – es konnten am Sonntag nur noch nicht alle Details geklärt werden.

Tretschok hat sich im Klub ein äußerst hohes Ansehen erarbeitet. Von 1998 bis 2003 spielte er selbst für die Berliner, war mit Hertha sogar im internationalen Geschäft aktiv. 1997 gewann er mit Borussia Dortmund die Champions League. Mit den Westfalen stehen für ihn auch zwei deutsche Meistertitel zu Buche (1995 und 1996). In Berlin gilt Tretschok als ehrlicher Arbeiter, der den großen Rummel scheut. Seine Devise: Die Spieler sollen erst einmal arbeiten, bevor sie die Lorbeeren ernten. Tretschok würde mit einer Ausnahmegenehmigung der DFL antreten. Preetz machte aber deutlich, dass Tretschok nicht als langfristige Lösung infrage käme. Hertha ist also erneut auf der Suche nach einem Cheftrainer. Zu den Anforderungen sagte Preetz nur: „Ich werde jetzt das Spektrum nicht reduzieren und in eine Richtung lenken. Die Situation ist jetzt schnell und kurzfristig eingetreten, wir werden die Suche intensivieren und eine Entscheidung vorantreiben.“ Die Morgenpost zeigt die Kandidaten und ihre Chancen auf den Job:

Falko Götz

Erst im Januar wurde der 49-Jährige als Nationaltrainer von Vietnam entlassen. Schon bei seinem ersten Interview nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte er in der Morgenpost sein Interesse an einer erneuten Arbeit bei Hertha signalisiert, wo er bereits von 2004 bis 2007 als Trainer unter Vertrag stand. Am Sonntag sagte er erneut: „Wenn ein Angebot käme, würde ich es nicht ablehnen und mich nicht scheuen, Verantwortung zu übernehmen.“

Ralf Rangnick

Der absolute Wunschtrainer der Berliner soll nach Informationen von Morgenpost Online aber Ralf Rangnick sein. Der 53-Jährige, 2011 mit Schalke immerhin Pokalsieger und mit drei Aufstiegen in die Bundesliga dekoriert, ist derzeit vereinslos. Rangnick war im September wegen eines Burn-out-Syndroms vorerst vom Profifußball zurückgetreten, hat eine Rückkehr aber nicht ausgeschlossen. Einzig: Der häufig als „Fußballprofessor“ titulierte Coach soll ein Engagement in der Hauptstadt bislang ausschließen.

Jürgen Röber

Auch Jürgen Röber, der Hertha zwischen 1996 und 2002 trainierte und mit dem der Klub 1999 die Champions-League-Zwischenrunde erreichte, soll gesprächsbereit sein. Allerdings nur in Doppelfunktion als Trainer und Manager. Das allerdings würde bedeuten, dass Michael Preetz gehen müsste. Der schloss aber persönliche Konsequenzen kategorisch aus.

Holger Stanislawski

Der Name des gerade erst in Hoffenheim gescheiterten, ehemaligen Kulttrainers des FC St. Pauli war der einzige, mit dem Preetz am Sonntag direkt konfrontiert wurde. „Ich werde das jetzt nicht kommentieren“, sagte er nur. Aber: Stanislawski wird sich genau angesehen haben, was als Trainer in Berlin so alles passieren kann. Als Ex-Coach Babbel in Hoffenheim zu seiner legendären „Münchhausen-Rede“ (Präsident Gegenbauer) ansetzte, saß er direkt daneben.

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