Bei Markus Babbel war Andreas Ottl nahezu unantastbar. Der im Sommer vom FC Bayern zu Hertha BSC gewechselte Mittelfeldspieler stand nicht nur in allen 17 Spielen der Hinrunde in der Startelf. Er wurde auch nur ein einziges Mal, beim 1:2 gegen Mönchengladbach, ausgewechselt; sieben Minuten vor Spielende hatte Ottl an diesem Tag ausnahmsweise vorzeitig Dienstschluss.
An keinem anderen Spieler im Berliner Kader entzünden sich unter den Fans der Blau-Weißen derart leidenschaftlich Diskussionen über den Wert für das Team – aber bei seinem Trainer ist Ottl auch unter Babbel-Nachfolger Michael Skibbe unumstritten. In Nürnberg stand er wie selbstverständlich in der Anfangsformation. Fraglich war im Vorfeld nur, ob Peter Niemeyer sein Nebenmann sein würde oder Fabian Lustenberger. Das Spiel selbst und Ottls Leistung schienen dann nicht dazu angetan, die anhaltende Diskussion um eine Chance für Lustenberger zu beenden. Defensiv agierte Ottl zwar solide wie eh und je, mit 11,33 Kilometern legte er die größte Laufstrecke aller Berliner Spieler zurück. Doch im Vorwärtsgang ging vom Mann in Herthas Zentrale auch gegen einen selbst arg limitierten Gegner wie Nürnberg augenscheinlich wenig Kreatives aus.
Einer solchen Einschätzung widersprach Skibbe aber. Er attestierte Ottl im Gegenteil sogar ein „sehr sicheres, gutes Aufbauspiel über 90 Minuten. Ich war mit ihm zufrieden. Er hat das Mittelfeldspiel aus der Defensive heraus gut gelenkt, ich finde schon, dass er mit seinem sicheren Passspiel und seinen Spielverlagerungen sehr häufig dafür sorgt, dass wir in gute Offensivaktionen kommen.“
Und so deutet nichts darauf hin, dass sich an Ottls Unantastbarkeit vor dem Heimspiel-Dreierpack gegen Hamburg und Hannover in der Liga sowie gegen Mönchengladbach im Pokal (8. Februar) etwas ändern könnte.
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