Hertha BSC

Trainer Skibbe macht Raffael und Ronny Mut

Raffael wird seinem Arbeitgeber Hertha BSC bis in den Monat Februar hinein fehlen. Sein Stellvertreter in dieser Zeit stammt aus der Familie und heißt Ronny. Nicht ausgeschlossen, dass beide künftig zusammen auf dem Platz stehen.

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Er solle sich einen schicken Anzug anziehen, haben sie ihm gesagt. Ein guter Eindruck könne nicht schaden, wenn Raffael an diesem Montag in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur mündlichen Verhandlung seiner Rot-Sperre vor den Einzelrichter tritt. Begleitet wird der Spielmacher von Hertha BSC von Dr. Christoph Schickhardt, einem der renommiertesten Anwälte der Branche. Er vertritt das Ansinnen von Klub und Spieler, das gegen Raffael ursprünglich verhängte Strafmaß von vier Spielen um wenigstens eines auf dann nur noch drei Partien zu drücken.

„Warten wir mal ab, was passiert“, hat Raffael im Sonnabend zu Ende gegangenen Trainingslager der Blau-Weißen in Belek/Türkei gesagt. Seine Skepsis begründet sich darin, dass er – obendrein als Wiederholungstäter – schon vor dem ersten Urteil befürchtet hatte, „dass ich sogar fünf oder sechs Spiele bekomme“.

So oder so wird Raffael seinem Arbeitgeber bis in den Monat Februar hinein fehlen. Sein Stellvertreter in dieser Zeit stammt aus der Familie und heißt Ronny – darauf hat Trainer Michael Skibbe sich vorläufig schon mehr oder weniger festgelegt. „Ronny präsentiert sich als tolle Alternative zu Raffael“, sagte Skibbe. Neu war diese Weiterung, die der Trainer anschließend anfügte: „Aber sicher können beide auch gut miteinander spielen. Die Mannschaft würde das auch mittragen, weil beide bei aller Offensive auch um den Blick nach hinten bemüht sind.“

Diese Worte bedeuten für Ronny eine Premiere: Zum ersten Mal in seinen nun eineinhalb Jahren bei Hertha ist er so etwas wie ein ernsthafter Bewerber auf einen Platz in der Stammelf. Wo Ex-Trainer Markus Babbel sich mit Vorliebe an Ronny rieb, befeuert der neue Übungsleiter explizit den großen Traum der Brüder, Seite an Seite in der Bundesliga zu spielen.

Mit dem Lob für Ronny praktiziert Skibbe das Stilmittel der positiven Verstärkung. Den Formanstieg des 25-Jährigen nahm er zum Anlass, praktisch jede gelungene Aktion öffentlich verbal zur Kenntnis zu nehmen. „Das“ sagt Skibbe, „spricht ihn an als denjenigen, der gerade etwas gut gemacht hat. Aber auch alle anderen registrieren das und sollen sich aufgefordert fühlen, ebenfalls gute Sachen zu machen.“

Zum Abschluss der Tage von Belek bat der Südamerikaner-Fan Skibbe mit Hilfe von Übersetzer Alcir Pareira das Trio Raffael, Ronny und Adrian Ramos zum Gruppengespräch. Was schätzt er an, verlangt er von ihnen? Ronny verließ das Gespräch offenbar mit einem guten Gefühl. Am Flughafen von Antalya wurde er dabei gesichtet, wie er intensiv einen Spielzeugladen nach Mitbringseln für die Familie durchstöberte.

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