Vor Kaiserslautern-Spiel

Hertha-Coach bittet zum Waldlauf-Frühstück

Vor dem Auswärtsspiel in Kaiserslautern hatte Hertha-Trainer Babbel für seine Spieler eine Überraschung parat: Statt dem morgendlichen Training spendierter er allen ein gemeinsames Frühstück. Trotzdem wissen die Berliner, was am Sonnabend auf sie zukommt.

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Die Attribute des Betzenbergs sind bekannt: Laufen, Grätschen, Kämpfen bis zum Umfallen. Knapp 50.000 Fans verwandeln das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern alle zwei Wochen in einen Hexenkessel, und wenn Hertha BSC am Sonnabend (15.30 Uhr, bei Sky und im Live-Ticker von Morgenpost Online ) beim dortigen Fußball-Bundesligisten vorspielt, sollte die Mannschaft gewarnt sein.

„Es wird wichtig sein, dass wir den Fight von Anfang an annehmen und voll dagegenhalten“, sagte Trainer Markus Babbel, „das Feuer, das wir im Training hatten, müssen wir auch in den Spielen zeigen.“ Manager Michael Preetz ergänzte: „Das Stadion wird voll sein, es wird ein hitziges, kampfbetontes Spiel.“ Eines, auf das Babbels Spieler auf ganz besondere Art und Weise vorbereitet sein dürften. Denn der Trainer lud sein Team inklusive Mitarbeiter am Donnerstag spontan auf ein Frühstück ein, um die Mannschaft einzuschwören.

Überraschungsfrühstück bei „Alfreds“

Als die Spieler am Morgen nach und nach auf dem Trainingsgelände am Schenckendorffplatz eintrudelten, ahnten sie noch nichts von ihrem Glück. Einzig, dass die geplante Trainingseinheit auf dem Platz in einen Waldlauf umgewandelt werden sollte, erfuhren sie gleich. Dann lief der gesamte Tross los – um nach nur wenigen Minuten im „Alfreds“ zu enden, der Klubkneipe von Spandau 04. Kurios: Die Gaststätte liegt direkt auf dem Trainingsgelände, die Spieler hätten sich also nicht einmal umziehen müssen.

Es soll der Auftakt für die Wochen der Wahrheit in diesem Jahr werden. Mit einem Sieg in der Pfalz kann Hertha den Grundstein für einen erfolgreichen Jahresausklang legen. In der kommenden Woche kommt der FC Schalke 04, danach geht es noch nach Hoffenheim, bevor es erneut gegen den 1. FC Kaiserslautern geht – dann allerdings im heimischen Olympiastadion im Pokal. Ein Endspurt, der Chancen bietet – es aber auch in sich hat.

Denn am Sonnabend muss erst einmal Kaiserslautern besiegt werden, und angesichts der Tabellensituation wird das kein Selbstläufer. Der FCK muss dringend gewinnen, die Mannschaft von Trainer Marco Kurz ist seit vier Spielen sieglos und kommt nicht vom Fleck. Momentan steht die Überraschungsmannschaft des Vorjahres (siebter Platz in der Abschlusstabelle) nur auf Rang 16.

Nervös werden sie offenbar noch nicht in der Pfalz, aus dem Umfeld hört man, dass ein weiterer Abstieg zwar ein Rückschlag, aber kein komplettes Desaster wäre. Einzig: Vier Jahre wie beim letzten Mal sollte die Rückkehr dann bitte doch nicht dauern. Und doch überraschte der Klub vor einigen Wochen, als er nach einem miserablen Saisonstart den Vertrag mit Trainer Kurz vorzeitig um ein Jahr verlängerte. Ein bewusster Gegenpol zu den zahlreichen Abgängen vor der Saison, zu denen auch etliche Leistungsträger wie Srdjan Lakic (Wolfsburg), Erwin Hoffer (Frankfurt) oder Ivo Ilicevic (Hamburg) gehörten.

„Für uns geht es dieses Jahr nur um den Klassenerhalt, das wusste jeder“, betont Kapitän Christian Tiffert. Die Statistik ist ohnehin auf Herthas Seite: Von 50 Partien insgesamt gewannen die Berliner 23, so viele wie gegen keine andere aktuelle Mannschaft der Bundesliga. Mit diesen Zahlen und einem guten Frühstück in der Hinterhand sollte dann auch der berüchtigte Betzenberg zu erklimmen sein.

So wollen sie spielen:

Hertha: Kraft – Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili – Ottl, Niemeyer – Ramos, Raffael, Rukavytsya – Lasogga.

Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Abel, Jessen - Kirch, De Wit - Sahan, Tiffert, Fortounis – Kouemaha.

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