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Hertha will Stürmer Domovchiyski verkaufen

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Stürmer Valeri Domovchiyski einen Vertrag beim MSV Duisburg unterschrieben. Mit dem Verkauf des Spielers will Hertha seinen finanziellen Spielraum erweitern, um neue Verteidiger wie Franz oder Fathi bezahlen zu können.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Es gab eine Zeit in der abgelaufenen Saison, da spielte Valeri Domovchiyski eine gute Rolle im Gefüge von Hertha BSC. Vor allem zu Beginn der Spielzeit überzeugte er durch fünf Tore in zehn Spielen, damit war er zeitweise Herthas bester Schütze. Nach dem zehnten Spieltag jedoch riss diese Serie, und Domovchiyski verschwand kurz darauf auf der Ersatzbank. Die Tore waren sein einziges Argument, mit seinem umständlichen Spielstil stand er bereits in der Kritik.

Seither spielte er in den Planungen von Trainer Markus Babbel keine Rolle mehr. Vor kurzem hatte er zwar noch gesagt: „Ich greife wieder an. Die Bundesliga soll sehen, dass mit mir zu rechnen ist.“

Seit Mittwoch aber ist klar: Die Wege des Aufsteigers und des 24-Jährigen werden sich trennen. Perfekt ist zwar noch nichts. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Domovchiyski in den kommenden Tagen einen Vertrag beim MSV Duisburg unterschreiben. „Ich bin überzeugt davon, dass er nach Duisburg gehen wird“, bestätigte sein Berater Iliyan Bozhinov. Er dementierte allerdings Medienberichte, sein Spieler sei bereits gestern zum obligatorischen Medizincheck zum MSV gereist: „Er ist definitiv noch nicht nach Duisburg gefahren“, sagte Bozhinov. Auch der Klub verneinte das. So oder so aber wird das Kapitel Domovchiyski, der seit 2008 für Hertha spielte, demnächst beendet – die Klubs sollen sich einig sein. Wenngleich noch unklar ist, wie sich der MSV den Offensivallrounder überhaupt leisten will. Der Vertrag mit Hertha läuft noch ein Jahr, sein Marktwert dürfte bei etwa 700.000 Euro liegen – Duisburg soll 400.000 Euro geboten haben. Denkbar wäre auch eine Beteiligung bei einem möglichen Weiterverkauf. Beide Versionen würden Hertha im Normalfall wohl nicht zufrieden stellen – würde der Klub nicht gleichzeitig sein üppiges Gehalt sparen, das auf etwa 800.000 Euro jährlich geschätzt wird und bislang als Hemmschwelle für weitere Verpflichtungen galt. Im Falle Maik Franz zum Beispiel, dem Verteidiger, der gerne zu Hertha möchte und dessen Gehalt sich wohl in ähnlichen Dimensionen bewegen dürfte wie bei Domovchiyski.

Das Geld wird hinten investiert

Franz Berater Jörg Neubauer sagt: „Wir haben gesprochen und müssen jetzt einfach abwarten.“ Franz selbst, der sich derzeit im Urlaub befindet, vermeldete jüngst, dass die Verhandlungen bislang gut verlaufen seien. Seine Verpflichtung wäre somit also die logische Konsequenz des Verkaufes von Domovchiyski.

Es sei denn, der Klub entscheidet sich doch für Malik Fathi, der von Spartak Moskau nach Mainz verliehen ist. Der FSV besitzt eine Kaufoption über 2,2 Millionen Euro – verzichtet aber, angeblich aus Rücksicht auf den Spieler, dessen Frau in Berlin lebt. „Malik hat uns gesagt, dass es für ihn die Möglichkeit geben könnte, zur Hertha zu gehen. Die Eltern und seine Frau leben in Berlin, sein gesamtes privates Umfeld ist dort. Deshalb verzichten wir auf die Kaufoption“, sagt Manager Christian Heidel. Eine Begründung, die im rauen Profifußball zwar ungewöhnlich, aber dennoch plausibel ist. Denn am Geld alleine kann es zumindest nicht gelegen haben: Spätestens seit dem Transfer des österreichischen Nationalspielers Christian Fuchs, der dem Verein rund fünf Millionen Euro einbrachte, wären genug Mittel vorhanden gewesen, um Fathi zu halten.

Möglich, dass Hertha am Ende sogar beide Spieler unter Vertrag nimmt. Die Marschroute scheint klar: Investitionen tätigen Manager Michael Preetz und Co. vor allem in der Defensive. Offenbar hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass die Mannschaft in der Bundesliga gegen spielstarke Gegner nicht so offensiv wird agieren können. Devise: Hauptsache erst hinten dicht halten. Bevor es soweit ist, müssen aber erst einmal noch mehr Spieler abgegeben werden. Domovchiyski soll nicht der einzige Spieler sein, den Preetz und Babbel gerne von der Gehaltsliste streichen würden: Gleiches gilt auch für Christoph Janker und Kaka.

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