Vegas-Trip

Bigalke fliegt nach Urlaub bei Hertha raus

Sascha Bigalke hat bei Hertha BSC keine Zukunft mehr. Ohne Erlaubnis fuhr der 21-Jährige in den Urlaub nach Las Vegas. Manager Preetz zieht die Konsequenzen und gibt dem Nachwuchstalent keinen neuen Vertrag.

Foto: AP

Bislang galt Sascha Bigalke vor allem als ein Pechvogel, der wegen immer fortwährender Verletzungen den Anschluss an die erste Mannschaft nie so recht schaffen wollte. Das war auch im Winter nicht anders, als er zu Arminia Bielefeld ausgeliehen werden sollte. Damals brach er sich ausgerechnet im Probetraining den Fuß, Bielefeld wollte ihn nicht mehr. Ganz anders als sein Heimatverein Hertha BSC: Dort nahm man ihn wieder auf, kümmerte sich um die Operation, obwohl zu dem Zeitpunkt bereits klar war, dass Einsätze in der ersten Mannschaft auf lange Sicht nicht mehr infrage kämen. Manager Michael Preetz sagte damals: „Wir lassen Sascha nicht fallen. Um die Zukunft muss er sich keine Sorgen machen.“

Das gilt jetzt nicht mehr, denn seit Sonnabend ist klar: Der Vertrag des 21-Jährigen, der seit 1999 im Verein ist, wird nun doch nicht verlängert. Grund ist ein nicht genehmigter Urlaub in den USA, aus dem Bigalke am Montag zurückkehrt. Wie die B.Z. gestern berichtete, soll Manager Preetz gehörig der Kragen geplatzt sein: „Er ist ohne Absprache in den Urlaub gefahren, obwohl er nach seiner schweren Verletzung dringend Spielpraxis gebraucht hätte. Die hätte er bei der U23 noch sammeln können. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Er hat nicht verstanden, worum es im Profi-Fußball geht“, wetterte er. Vom Pechvogel zum Bad Boy?

Sein Berater Lars-Wilhelm Baumgarten ist da noch etwas vorsichtiger. Auf Nachfrage von Morgenpost Online bestätigte er: „Ja, Michael Preetz hat mir mitgeteilt, dass Sascha unabgemeldet im Urlaub ist und der Vertrag so nicht verlängert werden kann.“ Aber, so Baumgarten weiter, er glaube nicht an diesen Vorwurf. „Nach meinem Kenntnisstand hat er sich bereits im März die Erlaubnis geholt, schon direkt nach Saisonende in Urlaub zu fahren.“ Hintergrund: Bigalke hätte an sich nach Vertragsverlängerung an einen Zweit- oder Drittligisten verliehen werden sollen, hätte damit nur eine extrem kurze Sommerpause gehabt. Laut seinem Berater soll der Fall nun ab Montag besprochen werden, wenn Bigalke wieder in Berlin ist – in den USA ist er offenbar nicht zu erreichen.

Doch auf Anfrage von Morgenpost Online bestätigte Hertha am Sonnabend: Die Tür ist endgültig zu, zumal die Verhandlungen über eine Verlängerung exakt in diesen Wochen hätten stattfinden müssen. Manager Preetz genervt„Ich war wahrscheinlich einer der Letzten, die noch zu ihm gehalten haben. Aber irgendwann reicht es.“

Diesen Frust schleppt Preetz jetzt schon eine ganze Weile mit sich herum, denn nach seiner Erzählung kam er schon nach dem letzten Saisonspiel gegen Augsburg dahinter. Abends versammelte sich das komplette Team zur Mitgliederversammlung in der Messe am Funkturm. Bigalke aber war nicht anwesend. Preetz: „Ich habe mich gewundert, warum er dort fehlte.“

Die Verantwortlichen bei Hertha sind wohl auch gerade deshalb so enttäuscht, weil Bigalke noch vor wenigen Wochen selbst eingestand, sich über die U23, die erst gestern ihr letztes Spiel gegen Meuselwitz bestritt, wieder an die erste Mannschaft heranzukämpfen. Er habe „keine Zweifel, den Anschluss zu schaffen“, hatte er damals erklärt. Aber auch er sah das Problem, dass es in dieser Phase der Saison um den Aufstieg geht und er nicht mehr auf Einsätze in der ersten Elf hoffen konnte. „Bei den Profis hat es ja momentan keinen Sinn“, sagte er damals.

Das gilt jetzt wohl mehr denn je. Preetz wünschte seinem ehemaligen Schützling jedenfalls schon einmal „viel Glück“ bei der Suche nach einem neuen Verein. Spricht sich sein Trip nach Las Vegas erst einmal herum, wird sich diese allerdings sicher nicht einfacher gestalten.

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