Hertha BSC hat gleich im ersten Saison-Spiel das erhoffte und erwartete Signal gesetzt. Der Bundesliga-Abstieger besiegte trotz einiger Rückschläge am Freitag Rot-Weiß Oberhausen mit 3:2 (0:1) und durfte nach über einem Jahr den ersten Pflichtspiel-Sieg im Berliner Olympiastadion bejubeln. Waleri Domowtschijski (30. Minute), der als Spielmacher für den kranken Raffael begann, und das eingewechselte Talent Marco Djuricin (49.) drehten vor 48.385 Zuschauern zunächst die Partie. Doch Lamidi Moses (7.), der RWO früh in Führung gebracht hatte, glich nochmals aus (78.). Die Entscheidung gelang Djuricin mit seinem zweiten Tor (80.).
Besser hätte es nicht laufen können. Zwei Tore – Gänsehaut pur“, kommentierte Machtwinner Djuricin den heiß umkämpften Saison-Start. Der Youngster wird in den nächsten Tagen einen Vierjahres-Profivertrag unterschreiben, wie er am Abend nach dem Spiel verkündete. Mit dem höchsten Etat (33 Millionen Euro) und dem teuersten Spielerkader (13,3 Millionen Euro) wird der Bundesliga-Absteiger auch in allen weiteren Spielen der Gejagte sein. „Es war der erwartet schwere Auftakt. Die Zuschauer haben ein begeisterndes Spiel gesehen. Für uns Trainer war es ein Wechselbad der Gefühle“, sagte Hertha-Trainer Markus Babbel. Zum nächsten Spiel muss Hertha bei Fortuna Düsseldorf antreten.
Die 2. Liga begann nach 13 Erstliga-Jahren für Hertha gleich mit zwei Schock-Situationen. Erst fiel der Ex-Gladbacher Rob Friend, mit 1,8 Millionen Euro der teuerste Zweitliga-Transfer des Sommers, bei einem Fallrückzieher unglücklich auf Kopf und Nacken (1. Minute). Nach einer Schwindel-Attacke versuchte es Friend nocheinmal, musste aber doch raus. Er erlitt eine Gehirnerschütterung. Für ihn kam der spätere Doppel-Torschütze und Matchwinner Djuricin. Dann leistete sich die Berliner Abwehr einschließlich Neuzugang Maikel Aerts im Tor bei einer Gäste-Ecke eine Schlafeinlage. Lamidi schoss vor Lewan Kobiaschwili ein.
Doch der Aufstiegs-Favorit schlug mit viel Energie und auch Ansätzen von Spielkultur zurück. Vor allem über die rechte Seite startete Hertha einige schöne Angriffs-Züge. Erst bediente Adrian Ramos den schnellen Domowtschijski, dann konnte Oberhausens Keeper Sören Pirson einen Schuss von Nikita Rukavytsya nicht festhalten und der gebürtige Österreicher Djuricin staubte ab.
Schließlich wurde der erst 17-Jährige, der vor zwei Jahren von Rapid Wien als zu Hertha gewechselt war, mit seinem zweiten Treffer zum Matchwinner. „Er ist auf dem richtigen Weg – ein riesiges Talent“, urteilte Trainer Babbel, der ihn „Stück für Stück“ an die Profimannschaft heranführen will - zu der er nun auch bald vertraglich fest dazu gehört.
dpa/sh













