Das ist mal eine gute Nachricht für Arne Friedrich: Am Mittwoch, gegen Ghana in dieser für Deutschland entscheidenden Partie in Vorrundengruppe D, wird er der DFB-Spieler mit der meisten Länderspielerfahrung sein. Einsatz Nummer 75 im patriotischen Dienst steht an, und Friedrich sorgt sich nicht um einen guten Ausgang des für ihn und Kollegen mit einigem Druck beladenen Auftrages. Sie würden, sagte der 31-Jährige in einem Interview, "gegen Ghana nicht zusammenbrechen", nein, sie zweifelten trotz des 0:1 gegen Serbien deshalb nicht, weil sie "das deutsche Gen" in sich trügen. "Und das heißt: Wir sind im richtigen Moment da."
Sich selbst attestiert Friedrich "bisher ordentliche Spiele", da ist diese eine für ihn umso schlechtere Nachricht: Sein am Sonntag vom Sportinformations-Dienst (SID) als "nahezu perfekt" vermeldeter Wechsel von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC zum VfL Wolfsburg steht keineswegs vor dem Abschluss. Hertha-Manager Michael Preetz sagte Morgenpost Online: "Der Stand ist unverändert: Uns liegt kein Angebot für Friedrich vor, auch nicht aus Wolfsburg." Der SID hatte gemeldet, der Abwehrspieler solle beim Deutschen Meister von 2009 einen Zweijahresvertrag erhalten.
Das Heft des Handelns liegt weiter bei Hertha. Preetz muss bis Ende des Monats entscheiden, ob er nach dem Abstieg Gebrauch von der vereinsseitigen Option macht, die die Gültigkeit von Friedrichs Vertrag bis 2012 erhält - dann allerdings auch zu Erstliga-Konditionen (bis zu 3,5 Millionen Jahresgehalt), was für Hertha wirtschaftlich kaum darstellbar ist. Andernfalls kann der bisherige Kapitän der Blau-Weißen vom 1. Juli an ablösefrei wechseln, worauf Wolfsburgs neuer (und Berlins ehemaliger) Manager Dieter Hoeneß wohl insgeheim hofft.
Zwei weitere Personalien werden Preetz nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub im türkischen Bodrum beschäftigen: Gojko Kacar, der weg will, und Adrian Ramos, der bleiben soll. WM-Teilnehmer Kacar schwärmt vom Hamburger SV. "Ich würde gerne für sie spielen", zitierte die "BZ" den 23-Jährigen am Sonntag. In seinem Fall wird Preetz in dieser Woche unter allen Umständen die Vertragsklausel ziehen, da Hertha sich Kacars Jahresverdienst von rund einer halben Million Euro auch in Liga zwei leisten kann. Morgenpost Online erfuhr zudem, dass Preetz erst bei Angeboten im zweistelligen Millionenbereich an einen Verkauf des Mittelfeldspielers denkt - eine hohe Hürde für Kacar, dessen Status als Teilzeitkraft in Serbiens Nationalteam kaum dazu angetan ist, das Interesse finanzstarker Klubs zu erwecken.
Beichler bleibt eine Option
Und Ramos? Der Kolumbianer ist gar nicht in Südafrika dabei, trotzdem sollen Klubs von Hoffenheim bis zu Hollands Meister Twente Enschede Jagd auf ihn machen. Fakt ist: Auch in seinem Fall liegen Hertha keinerlei Anfragen und schon gar keine Angebote vor - die auch in diesem Fall unterhalb von zehn Millionen Euro keinen Sinn machen. Auf der Zukaufsseite bleibt der Österreicher Daniel Beichler eine Option - und das, obwohl die Verpflichtung von Rob Friend als Mittelstürmer so gut wie fix ist.





