Patrick Ebert bleibt bei Hertha BSC – doch der zentrale Satz der Mitteilung, mit der der Zweitligist die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem 23-Jährigen kommunizierte, war ganz hinten angestellt: „Um einen reibungslosen Start in die neue Saison zu gewährleisten, wird der U21-Europameister auch den seit Monaten anhängigen Rechtsstreit in der sogenannten Außenspiegelaffäre beenden, indem er eine Strafe zum Abschluss des Verfahrens bezahlt.“ Vertrag plus Prozessende – „ein schönes Paket“, nannte das Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz.
Ein Ebert in guter Form ist in der Offensive ein weiteres Argument pro sofortige Rückkehr in die Bundesliga. Dazu entledigt den Profi die spät, aber nicht zu spät erlangte Einsicht, das gegen ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten anhängige Verfahren gegen Zahlung von dem Vernehmen nach rund 50.000 Euro einzustellen, von der Aussicht auf viele unschöne Schlagzeilen eines andernfalls unumgänglichen Prozesstermins.
Ebert war zur Last gelegt worden, gemeinsam mit seinem Kickerkumpel Kevin Boateng in einer Märznacht des Jahres 2008 in Wilmersdorf an parkenden Fahrzeugen Sachbeschädigung in mehr als einem Dutzend Fälle verübt zu haben. Bei Hertha hat Ebert, dessen Vertrag ursprünglich bis 2011 datiert und mit einem Jahressalär im siebenstelligen Bereich dotiert war, einen neuen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben – zu der neuen Spielklasse angepassten Konditionen.
„Anders“, sagte Preetz, „wäre es für uns wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen.“ Ebert wurde zitiert, er wolle mithelfen „das wieder gutzumachen, was wir als Mannschaft im letzten Jahr verschuldet haben“. Gelingt es, verlängert sich sein Vertrag um eine weitere Spielzeit – ultimativ spielt Ebert also um seine Zukunft, denn schon jetzt lagen Hertha für ihn keine Anfragen anderer Klubs vor.
So spricht Preetz, der die Personalie dank Laptop und Smartphone nicht von Berlin, sondern seinem Urlaubsdomizil im türkischen Bodrum aus perfekt machte, von einer „Situation, von der beide Seiten profitieren“. Er und der neue Trainer Markus Babbel sind überzeugt, dass Ebert nach teils desolaten Leistungen im Abstiegsjahr in der kommenden Saison „wieder Gas geben und so Fußball spielen wird, dass es der Mannschaft hilft“.





