Gegen neun Uhr morgens klingelte das Telefon von Lucien Favre. Am anderen Ende der Leitung war Arne Friedrich, sein Kapitän. Er überbrachte dem Trainer von Hertha BSC eine Hiobsbotschaft: die Nachricht von seiner Verletzung.
Der Innenmeniskus in seinem linken Knie ist gerissen, nicht ausgeschlossen ist, dass der Innenverteidiger für den Rest der Saison ausfallen wird.
"Wir können es nicht ändern", sagte Favre am Dienstag nach dem Training und war sichtlich bemüht, Optimismus zu verbreiten. Gegenüber der Verletzung von Friedrich fallen die Blessuren von Marko Pantelic (Adduktorenzerrung) und Andrey Voronin (Rückenprellung) kaum ins Gewicht. Die beiden Stürmer fehlten gestern im Training, werden bis zum Sonnabend aller aber aller Voraussicht nach wieder einsatzfähig sein.
Dies ist bei Friedrich ausgeschlossen. Bereits am Mittwoch wird sich der 29-Jährige in die Hände von Mannschaftsarzt Gert Schleicher begeben. "Wir werden eine Teil-Meniskektomie vornehmen", erklärte dieser Morgenpost Online. Bei der rund vierzigminütigen Operation wird dem Knie der beschädigte Teil des Meniskus entfernt. "Drei bis sechs Wochen wird Friedrich mindestens ausfallen", erklärte Schleicher, "wenn er Pech hat, ist die Saison gelaufen."
Wie die Verletzung entstanden ist, bleibt unklar. Bei der Niederlage gegen Dortmund am Sonnabend hat Friedrich keine Schmerzen verspürt, erst am Sonntagabend registriert er einen Druckschmerz in der Kniekehle. Am Montag brachte eine Kernspintomographie Aufschluss darüber, dass der Innenmeniskus beschädigt ist. "Es war ein richtig dicker Einriss zu sehen", erzählt Schleicher, der umgehend einen Operationstermin für Mittwochmorgen um acht Uhr in der Klinik Sanssouci in Potsdam festlegte
"Ich hätte der Mannschaft gern weiter geholfen", haderte Friedrich in einer ersten Stellungnahme, "jetzt kommt schließlich die entscheidende Phase." Er hofft, in dieser Saison noch einmal auf den Platz zurückzukehren. "Ich werde aber nichts übers Knie brechen", sagte der Nationalspieler und konnte schon wieder Lächeln angesichts der Ironie dieser Formulierung. Überhaupt war er um Optimismus bemüht. "Joe wird mich gut vertreten", sagte er und nahm Ersatzkapitän Simunic in die Verantwortung.
Der Kroate griff diesen Duktus gern auf. "Schade für Arne, schade für uns", sagte Simunic, doch auch er gab sich zuversichtlich: "Wir müssen zeigen, dass wir seinen Ausfall kompensieren können." Auch der Titel ist für ihn noch nicht abgehakt. "Warum sollten wir nicht darüber reden", sagte er, "Platz vier oder fünf bedeuten mir nichts. Dann werde ich lieber Achter."





