Armin Veh hat den Meldungen, nach denen der VfL Wolfsburg Arne Friedrich von Hertha BSC verpflichten will, neue Nahrung gegeben. Nachdem zuletzt alle Beteiligten versucht hatten, das Thema möglichst klein zu halten, preschte der Wolfsburger Trainer beim Trainingsauftakt seiner Mannschaft nach vorn. Die „BZ“ zitiert Veh wie folgt: „Es stimmt, dass wir einen Innenverteidiger suchen. Da liegt es nahe, dass wir auf Arne Friedrich kommen. Er ist ein guter Spieler.“

Der Deutsche Meister hat in der Hinrunde bereits 32 Gegentore kassiert und liegt nur auf Rang neun der Tabelle. Auch aus Konsequenz aus diesem bescheidenen Abschneiden wurde vor zehn Tagen der langjährige Hertha-Manager Dieter Hoeneß als Geschäftsführer präsentiert. Kurz darauf soll sich Friedrichs Berater Jörg Neubauer bei Hertha über die Modalitäten einer Vertragsauflösung erkundigt haben. Dem „kicker“ bestätigte er das Interesse der Wolfsburger an seinem Klienten: „Das Interesse des VfL ist uns bekannt. Eine eventuelle Einigung ist aber zunächst Sache der Vereine.“

Seit den Weihnachtsfeiertagen herrschte allerdings Waffenstillstand. Hoeneß, Hertha-Manager Michael Preetz und auch Neubauer dementierten, dass ein Wechsel in Frage käme. In der Winterpause schon gar nicht.

Veh jedoch scheint dies anders zu sehen. Friedrich sei sicherlich ein Spieler, der für den VfL interessant sei, sagte der Trainer: „Das Thema ist nicht an den Haaren herbeigezogen.“ Und auf die Frage, ob der 30-Jährige noch im Januar wechseln könnte, antwortete Veh: „Ob das jetzt so ist, verrate ich nicht.“

Der Innenverteidiger mit den 69 Länderspielen weilt derzeit in Urlaub und hat sich persönlich noch nicht zum Thema Wolfsburg geäußert. Für einen Wechsel könnte sprechen, dass Friedrich als Chef der schlechtesten Abwehr der Liga um seine WM-Teilnahme bangen muss. Zudem ist Hertha mit nur sechs Punkten stark abstiegsgefährdet und könnte Friedrich in der Zweiten Liga kaum noch bezahlen. Dies würde den Verkaufspreis im Sommer drücken. Andererseits fürchten die Berliner, dass der sofortige Verkauf ihres Kapitäns als Zeichen von Resignation gewertet werden könnte.

Die Wolfsburger können ihrerseits darauf hoffen, dass die Zeit für sie spielt. Aufgrund der verkürzten Winterpause fallen in diesem Jahr noch drei Rückrundenspieltage in das bis Ende Januar geöffnete Transferfenster. Hertha trifft in diesen Wochen auf die direkten Konkurrenten aus Hannover, Mönchengladbach und Bochum. Sollten die Berliner nicht mindestens zwei dieser Spiele gewinnen, sinken die Chancen auf den Klassenerhalt endgültig ins Bodenlose. Und dann gäbe es kaum noch Gründe, teure Spieler zu halten, die den Verein im Sommer wohl ohnehin verlassen würden.