Uefa-Cup

Hertha BSC besiegt St. Patrick's Athletic 2:0

Hertha BSC Berlin hat zwar dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit im Uefa-Cup einen Auftakt-Erfolg gegen den irischen Vizemeister St. Patrick's Athletic gefeiert. Doch der Sieg im Berliner Olympiastadion war mühevoll erkämpft und hat wenig Anspruch auf Legendenstatus.

Foto: ddp / DDP

Es gibt diese Geburtstage, die drückt man nicht in Zahlen aus. Wer zum Beispiel am 4. Juli 1954 geboren ist, der wird seine ersten Lebensmomente gerne mit dem „Wunder von Bern“ in Verbindung bringen, jenem Tag, als Deutschland erstmals Weltmeister wurde.

Ähnliches ist bei Raffael Nunes nicht zu erwarten. Der Sohn von Raffael, dem Stürmer von Hertha BSC, erblickte am Dienstagabend um 18.30 Uhr das Licht der Erde. Sein Vater sollte in diesem Moment ursprünglich in der ersten Runde des Uefa-Cup gegen den Tabellenzweiten der irischen Liga, St. Patrick's Athletic spielen, doch Trainer Lucien Favre gab dem verständlicherweise nervösen Fußballprofi angesichts der bevorstehenden Geburt frei. „Es war besser, ihn zu seiner Frau zu lassen“, sagte Favre. So verpasste Raffael einen äußerst mühevollen 2:0-Sieg seines Arbeitgebers, den die meisten Hertha-Fans wohl aus weit nichtigeren Gründen verpassten: Nur 13.045 Zuschauer schauten sich das Spiel an, das wenig Anspruch auf Legendenstatus hat.

Kein Elfmeter für Pantelic

Dabei waren am Abend keine drei Minuten gespielt, da schien das Thema Nummer eins der vergangenen Tage eine unterhaltsame Fortsetzung zu finden. Marko Pantelic lupfte im Strafraum einen Ball über seinen Gegenspieler Gavin, der den Ball mit seiner Hand stoppte. Pantelic, der am Montag seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte, schaute, wie nur er schauen kann: als habe man ihm alles Unheil der Welt auf einmal angetan.

Doch der schwache Schiedsrichter Tomasz Mikulsi verweigerte den fälligen Elfmeter. Und so konnte sich die Elfmeterposse um den Serben nicht fortsetzen, der sich auch nach dem vierten vergebenen Strafstoß in Folge am Samstag noch als geeigneten Schützen vom Punkt sah („Warum nicht?“). Es folgte eine äußerst mäßige Halbzeit.

In der Innenverteidigung vertraute Favre erstmals auf das Duo Kaka und Josip Simunic und ließ den zuletzt schwachen Steve von Bergen auf der Bank – eine Aufstellung, die er wegen der mangelnden Verständigung bislang vermieden hatte. Tatsächlich ermöglichte das den Gästen einige Chancen, die größte vergab der starke Spielmacher Dempsey nach einem Fehler von Kaka aus spitzem Winkel (20.). Hertha hatte nur unwesentlich größere Feldanteile: Die größten Chancen vergaben aber Pantelic aus sieben Metern (14.) und Gojko Kacar, der unbedrängt aus 14 Metern am Tor vorbei schoss (29.).

In der zweiten Hälfte war es vor allem der neue Stürmer Andrej Woronin, der das Spiel von Hertha BSC gefälliger erscheinen ließ und sich immer wieder schon an der Mittellinie. Favre hatte inzwischen Fabian Lustenberger (für Kacar) und Maximilian Nicu (für Pal Dardai) eingewechselt – eine gute Idee. In der 47. Minute hatte der starke irische Torwart Ryan noch zweimal gegen Cicero und Nicu abwehren können, doch kurz darauf war er machtlos. Zunächst schoss Nicu noch Pantelic Fuß an, doch Sekunden später beförderte er den Ball mit einem herrlichen Volleyschuss in den rechten Torwinkel – das inzwischen verdiente 1:0 (50.).

Woronin sorgte immer wieder für Gefahr

Einen Sturmlauf der Berliner gab es fortan noch immer nicht, doch vor allem Woronin sorgte mit seinen Vorstößen immer wieder für Gefahr. Nach einem Alleingang in der 63. Minute schoss er noch knapp vorbei, kurz darauf leitete er mit einem Alleingang dann aber die Entscheidung ein: Nach seinem abgeblockten Schuss hatte Cicero keine Probleme, zum 2:0 einzuschieben (76.).

Es blieb letztlich bei diesem Ergebnis, das Manager Dieter Hoeneß vor dem Anpfiff als sein Wunschergebnis bezeichnet hatte, aber für das Rückspiel in zwei Wochen längst keine Sicherheit auf dem Weg in die anvisierte Gruppenphase des Uefa-Cup bedeutet. Nichts Legendäres in Sachen Fußballgeschichte an diesem Tag eben – aber eine Geburt ist ja auch was.