Sieg gegen Lubljana

Hertha feiert zehnten Uefa-Cup-Einzug

Schon nach drei Minuten fiel das Tor, mit dem Hertha gegen Lubljana den Sieg errang. Der Torschütze war Patrick Ebert. Hertha hat sich mit diesem Spiel zum 10. Mal für den Uefa-Cup qualifiziert. Dennoch kann sich der Bundesligist nur gebremst freuen, denn Neuzugang Chermiti fällt bis zu drei Monate aus.

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Sie hatten das Spiel gewonnen, aber ihre Blicke waren traurig. Präsident Werner Gegenbauer reichte Trainer Lucien Favre die Hand; es war kein Abklatschen zweier Triumphatoren. Es war ein Abklatschen, das Trost spenden sollte. Hertha BSC hatte nach dem Hinspiel (2:0) mit einem 1:0 (1:0) auch das Rückspiel der Qualifikation zum Uefa-Cup gegen Interblock Ljubljana gewonnen und sich damit für die erste Hauptrunde qualifiziert, die heute ab 13 Uhr in Monaco ausgelost wird. Doch das Spiel und das dazugehörige Ergebnis waren in den Hintergrund getreten.

Fünf Minuten waren gespielt, da hatte Favre von der Bank aus das Unheil kommen sehen: in Form von Ljubljanas klobigem Verteidiger Junior Ntame. Der rauschte mit gestrecktem Bein gegen das Knie von Amine Chermiti, Herthas 20 Jahre alter Tunesier wand sich prompt vor Schmerzen, mit Tränen im Gesicht verließ er schließlich den holprigen und durch den Regen des Tages schwer bespielbaren Rasen. Diagnose: Innenbandriss im linken Knie.

Zwei bis drei Monate muss Hertha nun auf den Neuzugang verzichten. Ein schwerer Schlag – nicht nur für Chermiti selbst. "Das ist schlimm für ihn", sagte der Trainer mitfühlend und wissend um die Strapazen, die Chermiti im Zuge seines komplizierten Wechsels nach Berlin auf sich genommen hat. Ein längerfristiger Ausfall von Chermiti ist auch für Favre folgenreich. Mit Marko Pantelic, Raffael und dem am Donnerstag für Chermiti eingewechselten Valeri Domovchiyski stünden ihm nur noch drei Angreifer zur Verfügung. Dazu Solomon Okoronkwo, doch soll der Nigerianer bis Schließung des Transferfensters am kommenden Montag noch verkauft werden.

Diese Personalie wollte Manager Dieter Hoeneß allerdings im Lichte der neuesten Entwicklung „nun noch einmal eine Nacht überschlafen“. Doch geht die Tendenz nichtsdestotrotz in Richtung Verkauf.

Als Chermiti vom Feld humpelte, war das Tor des Tages bereits erzielt. Patrick Ebert hatte in der dritten Minute einen Freistoß aus über 20 Metern direkt eingeschossen – viele der 11849 Zuschauer hatten da noch gar nicht ihre Plätze eingenommen, darunter auch der verspätet im Jahnsportpark eingetroffene Manager Hoeneß.

Die Mannschaft hätte „ohne viel Aufwand Selbstvertrauen gewinnen können“, lautete hernach dessen zarte Klage. Doch gleich mehrere Faktoren verhinderten ein sehenswertes Spiel. Vor allem der Schock der Berliner über den Ausfall ihres Mitspielers. Dazu die schon nach dem Hinspiel weitgehend klaren Verhältnisse; spätestens nach Eberts frühem Tor „fehlte ein wenig die Motivation“, gestand Kapitän Arne Friedrich. Am deutlichsten sichtbar wurde dies, als Pantelic gleich zwei Mal (11./26. Minute) allzu lässig abschloss.

Des Serben Nonchalance war spiegelbildlich für den gesamten Berliner Auftritt. Gerade in der zweiten Halbzeit fehlte die Bereitschaft, in ein deutlicheres Ergebnis zu investieren. Aber, so Friedrich: „Auch so haben wir die Pflichtaufgabe erfüllt.“

Zuletzt erkannte Favre: „Die Spieler waren in Gedanken wohl schon in München.“ Dort wartet schon übermorgen mit dem Auswärtsspiel beim FC Bayern eine ungleich schwierigere Aufgabe auf die auch nach sieben Pflichtspielen in dieser Saison noch unbesiegten Berliner.