Verletzter Hertha-Stürmer

Julian Schiebers Kniefall hat bittere Folgen

Bei Herthas bestem Torschützen wurde ein Knorpelschaden diagnostiziert. Nun droht Julian Schieber eine OP – und damit das vorzeitige Saison-Aus. Für Trainer Dardai ein Schock.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Nicht, dass Herthas erster Heimsieg des Jahres eine reine Euphorie-Veranstaltung gewesen wäre. Schon am Sonnabend stand fest, dass die beiden Mittelfeldarbeiter Per Skjelbred und Peter Niemeyer (jeweils fünfte Gelbe Karte) im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Freitag pausieren müssen. Zudem stand auch hinter dem Einsatz von Peter Pekarik ein Fragezeichen, weil der Rechtsverteidiger durch den Ellenbogenschlag von Augsburgs Caiuby einen Nasenbeinbruch erlitt. Am Montag aber musste der Berliner Bundesligist eine weitaus bitterere Nachricht verkraften. Die Knieverletzung von Julian Schieber ist schlimmer als erwartet – dem derzeit besten Berliner Torschützen droht das Saisonaus.

Laut Mannschaftsarzt Dr. Ulrich Schleicher hat sich im Knie des 26-Jährigen ein Knorpelstück gelöst. Er wird am Mittwoch am linken Knie operiert. Julian Schieber wird Hertha BSC demzufolge lange fehlen. Wie lange hätte eine Therapie mit Physiotherapie, Lymphdrainage und Spritzen gedauert? „Das ist schwer vorherzusagen“, sagte Schleicher der Morgenpost, „auf jeden Fall mehrere Wochen.“ Nach momentanem Stand der Dinge fällt Schieber für rund drei Monate aus. Das vorzeitige Saisonende ist so gut wie sicher. Für den Angreifer, der am vergangenen Mittwoch im Training gestürzt war, ist es bereits der zweite Eingriff am linken Knie. 2011 wurde er am Meniskus operiert.

Kaum zu ersetzen

Egal, wie lange Schieber nicht einsatzbereit ist, für Hertha ist der Stürmer kaum zu ersetzen. Zum einen, weil er mit seinen bislang sieben Treffern mehr Tore erzielt hat als jeder andere Berliner Profi in dieser Saison. Vor allem aber, weil er auch ohne seine Treffer von enormem Wert ist. Ex-Trainer Jos Luhukay gab Schieber den Vorzug vor Salomon Kalou, weil er mehr Zweikämpfe gewinnt und generell mehr in der Defensive ackert.

Auch Luhukays Nachfolger Pal Dardai ließ Schieber bis zu seiner Verletzung in allen drei Partien unter seiner Führung durchspielen. Zudem wurde der frühere Dortmunder in den achtköpfigen Mannschaftsrat berufen. Sprich: Schieber ist einer der Führungsspieler, die für Hertha im Abstiegskampf besonders wichtig sind.

Pekarik wird zum Maskenmann

Positivere Neuigkeiten gab es von Peter Pekarik. Dessen Nasenbeinbruch wurde am Sonnabend gerichtet, mit einer speziell angefertigten Schutzmaske soll der Slowake schon in Stuttgart am Freitag wieder mitwirken können. „Wir müssen das im Training ausprobieren“, sagte Dardai. „Wenn es nicht geht, dann geht es nicht.“ Als Alternative stünde Marcel Ndjeng bereit.

Als Ersatz für Schieber wird besonders Kalou gefordert sein. Ohne seinen Offensivpartner lastet die Pflicht des Toreschießens nun auf den Schultern das Ivorers, der gegen Augsburg seinen sechsten Saisontreffer erzielte. Sicher sei Schiebers Verlust bitter, sagte Dardai. „Uns fehlt es an Torgefahr, und Julian ist nun mal ein Torjäger.“ Jammern will er deshalb aber nicht. Man werden schon einen Weg finden, um den Ball ins Netz zu bugsieren, meinte der Hertha-Coach. Gegen Augsburg hat das ja schließlich auch geklappt.

Daradai bleibt optimistisch

"Natürlich ist das ein Schock", kommentierte Dardai am Dienstag die Verletzung des mit sieben Saisontoren besten Berliner Angreifers. "Doch ich habe genug Spieler, mit denen wir das schaffen können", fügte der Ungar hinzu, der "nicht rumjammern" wolle. Bei Schieber war in der vergangenen Woche ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert worden, am Mittwoch soll der 26-jährige Fußballprofi operiert werden.

Rechtsverteidiger Peter Pekarik absolvierte am Dienstagvormittag auf dem Schenckendorffplatz mit Fitnesscoach Hendrik Vieth eine individuelle Übungseinheit, nachdem er sich beim 1:0-Sieg am vergangenen Samstag gegen den FC Augsburg einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte. Im Auswärtsspiel am Freitag beim Tabellenletzten VfB Stuttgart könnte der Slowake mit einer speziell angefertigten Schutzmaske auflaufen. Sein Einsatz in dieser wichtigen Partie ist aber noch fraglich. "Peter muss das selbst entscheiden", sagte Dardai: "Wenn er sagt, dass er spielen kann, dann spielt er auch."