Am Tag vor dem Start ins Turnier stand ein Friseur-Besuch an. Salomon Kalou ließ sich für den Afrika-Cup eine Kampffrisur scheren: Die Seiten des Kopfes kahl rasiert, auf dem Kopf wurde eine millimeterschmale Schneise gezogen. Zudem trägt Kalou Bart: Eine Mischung aus Mustache über der Lippe und ein scharf gezogenes Dreieck auf dem Kinn. Ein Selfie mit einem entschlossen dreinblickenden Kalou schickt der Stürmer von Hertha über den Fotodienst Instagram.

Die Elfenbeinküste geht, wieder einmal, als Turnierfavorit in den Afrika-Cup, der in Äquatorialguinea gespielt wird. Erster Gegner in der Vorrunden-Gruppe D ist am Dienstag Außenseiter Guinea (17 Uhr, Eurosport). Kalou, 29, gehört zur Goldenen Generation der Elfenbeinküste um Didier Drogba, der mittlerweile zurückgetreten ist. Yaya Toure, 31, von Manchester City ist ebenfalls einer der Hochbegabten genau wie Gervinho, 27 (AS Rom) oder Stürmer Wilfried Bony, gerade für 32 Millionen Euro Ablöse von Swansea City zu Manchester City gewechselt.

Die goldene Generation ist in die Jahre gekommen

Seit gut zehn Jahren wird der Elfenbeinküste stets zugetraut, als erstes Team aus Afrika bei einer WM in ein Halbfinale oder ins Endspiel einzuziehen. Die Wahrheit jedoch ist: Bei der WM 2014 in Brasilien war für die „Elefanten“, wie sie in der Heimat heißen, in der Vorrunde Schluss. Auch beim Kontinental-Wettbewerb, dem Afrika-Cup, hat die Elfenbeinküste nur einmal gesiegt – 1992. „Bevor ich meine Länderspiel-Karriere beende, will ich endlich was für mein Land gewinnen“, sagte Toure, der 89 Länderspiele absolviert hat. Kalou (71 Länderspiele), ein bekennender Fan von Reggae-Legende Bob Marley, sagt. „Wir müssen alle negativen Gedanken hinter uns lassen und die positiven Vibes fließen lassen.“

Bei Hertha hätten sie es lieber gesehen, wenn Kalou die Vorbereitung beim Bundesligisten absolviert hätte. Doch der internationale Turnierkalender weist Januar/Februar als Periode aus, wo die Klubs ihre Spieler freistellen müssen. Trainer Jos Luhukay sagte im Trainingslager in Belek: „Wir hoffen, dass Salomon gesund und gestärkt zurückkommt.“ Mit Blick auf die letzten Partien der Hinrunde, wo Kalou sechs Mal in Folge nicht in der Startelf stand, sagte Manager Michael Preetz: „Wir hoffen, dass Salomon fit, mit Spielpraxis und vielleicht mit einem Erfolgserlebnis zu uns zurückkommt.“

Mali und Kamerun sind die weiteren Gegner

Die Elfenbeinküste spielt in ihrer Vorrunden-Gruppe zudem gegen Mali (am Sonnabend) und gegen Mitfavorit Kamerun (24. Januar).

Um den großen Wurf zu landen, müssen die Ivorer jedoch ihre notorische Defensivschwäche in den Griff bekommen. Trainiert wird das Team um Kalou vom Franzosen Herve Renard. Der hat 2012 Sambia sensationell zum ersten Titel-Gewinn geführt – mit einem Sieg im Finale gegen die Elfenbeinküste.