Starstürmer

Kalou ist unzufrieden und droht mit Abschied von Hertha

Herthas Starangreifer beschwert sich über sein Reservistendasein und greift Trainer Luhukay an: „Spieler wie mich sollte man anders behandeln“, sagt der Ivorer und denkt an einen Wechsel im Winter.

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Salomon Kalou hat am Mittwochabend ziemlich gefroren. Das 4:4 seiner Mannschaft von Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt sah der Starangreifer mal wieder über 90 Minuten lang nur von der Ersatzbank aus. Schon beim Sieg gegen Dortmund (1:0) am Sonnabend saß Kalou über die volle Spieldauer draußen.

Und weil er in den drei Spielen zuvor gegen Köln, Bayern und Mönchengladbach nur jeweils eingewechselt wurde, platzte dem Ivorer am Donnerstag der Kragen: „Spieler wie mich, die so viel erreicht haben, sollte man anders behandeln. Wenn man einen großen Spieler holt, muss man eine Mannschaft um ihn herum bauen“, polterte Kalou und griff damit direkt seinen Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz an.

Als Ramos-Ersatz geholt

Luhukay habe ihm nicht erklärt, warum er aktuell hinter Julian Schieber nur die Nummer zwei im Berliner Angriff sei. Er sei unzufrieden mit seiner Situation, denn vorgestellt habe er sich das ganze Unterfangen anders: „Ich bin gekommen, um etwas zu erreichen. Wenn das nicht möglich ist, kein Problem“, sagte Kalou und droht seinem Klub mit einem Abgang im Winter: „Ich finde immer eine Mannschaft für mich. Wenn es sein muss, ziehe ich weiter“, sagte der 29-Jährige.

Zum ersten Mal in dieser Saison geht damit ein unzufriedener Spieler bei Hertha an die Öffentlichkeit – und nicht irgend einer. Preetz hatte Kalou im August für 1,8 Million Euro plus möglicher Bonuszahlungen vom OSC Lille aus Frankreich verpflichtet, wo er 30 Tore in zwei Spielzeiten erzielt hatte. Die Liga staunte, da dem Hauptstadt-Klub damit ein echter Transfer-Coup gelungen war: Schließlich spielte nun erstmals ein Champions-League-Gewinner (2012 mit dem FC Chelsea) für die Blau-Weißen.

Zunächst sah es auch so aus, als könne der ivorische Nationalspieler die Lücke stopfen, die Adrian Ramos, der beste Berliner Stürmer der vergangenen Jahre, mit seinem Abgang nach Dortmund gerissen hatte. Kalou kam und traf sofort gegen Wolfsburg (1:0) und Stuttgart (3:2, zwei Tore von Kalou) jeweils zum Sieg. Insgesamt fünf Treffer gelangen ihm bisher.

Nur zweite Wahl hinter Julian Schieber

Doch weil Hertha trotzdem immer tiefer Richtung Tabellenkeller rutschte, entschied sich Luhukay für Schieber als einzige Spitze. Dieser sei der mannschaftsdienlichere Spieler. Zudem traf Schieber ebenso prompt (sechs Tore). Kalou ist seither zweite Wahl, doch akzeptieren will der zweimalige WM-Fahrer das nicht.

Er freue sich nun erst einmal auf den Afrika-Cup (17. Januar bis 8. Februar). „Danach muss ich schauen, wie es für mich weitergeht“, sagte Kalou. Die öffentliche Kritik werden sich Preetz und Luhukay nicht gefallen lassen. Ärger ist programmiert – Ausgang offen.