Alle Kraft für das kommende Heimspiel am Freitag gegen Hannover 96: „Wir müssen uns in der Defensive verbessern und bei den Zweikämpfen, da liegt der Trainingsschwerpunkt in dieser Woche“, sagte Jos Luhukay, der Trainer von Hertha BSC. Deshalb ließ er Vier-gegen-Vier spielen auf einem kleinen Feld, aber mit den üblichen großen Toren.

„Weil man da ständig konzentriert sein muss auf jeden Zweikampf“, so Luhukay. Bei dieser Trainingsform wird (so gut wie) jeder Fehler mit einem Ballverlust und einem Gegentor bestraft.

Hertha ohne Zug zum Tor

„Wir haben, ich sage das mal so unverblümt, eine Scheiß-Woche hinter uns und wollen jetzt die Chance nutzen, die wir mit dem Heimspiel gegen Hannover haben“, sagte Manager Michael Preetz bei der Veranstaltung „Hertha im Dialog“. Dort war zu merken: Das Pokal-Aus in Bielefeld und die Liga-Pleite in Paderborn haben die Anhänger noch lange nicht verarbeitet. Weder Leidenschaft noch Zweikampf-Stärke haben die Berliner zuletzt auf den Platz gebracht.

Ein weiteres Problem ist das drucklose Aufbauspiel bei Hertha. Im Zentrum auf der Position 8 oder 10, dort, wo das Spiel schnell und kreativ geführt werden soll, hängt Hertha seit längerem durch. Das war so bei den Auswärtsauftritten in Augsburg (0:1), auf Schalke (0:1), in Bielefeld (2:4 i.E./0:0) und auch in Paderborn (1:3).

Enttäuschung Jens Hegeler

Auf der 8 wird sehnsüchtig auf die Rückkehr des im Sommer an einer Fußsehne operierten Tolga Cigerci gewartet. Der Deutsch-Türke soll, so ist die Planung, im Januar ins Mannschaftstraining zurückkehren. Zu den Auftritten des im Sommer verpflichteten Jens Hegeler (kam für eine Million Euro Ablöse von Bayer Leverkusen) sagt Manager Preetz: „Jens hat bisher noch nicht die Akzente setzen können, die wir uns erhofft hatten.“ Im Anbetracht der enttäuschenden Leistungen von Hegeler ist das sehr höflich formuliert.

Auf der 10, der Spielmacher-Position, fällt Alexander Baumjohann bis ins nächste Jahr hinein wegen seines erneuten Kreuzbandrisses aus, den er sich Ende August zugezogen hat. Ronny zeigte bisher, dass er ein Mann für bestimmte Situationen ist, aber nicht die durchgehende Konstanz samt Bundesliga-Stabilität besitzt. Am letzten Tag der Transferperiode wurde Per Skjelbred (vom Hamburger SV) geholt. Der Norweger kann beide Positionen spielen, ist aber auf der 8 besser aufgehoben als auf der 10. Valentin Stocker absolvierte im Zentrum zwei starke Heimspiele. Eigentlich wissen aber alle, dass der Schweizer Nationalspieler auf der linken Seite torgefährlicher ist.

Das Wechselfenster ist im Januar offen

Die Frage, ob Hertha im Winter – das Transferfenster ist vom 1. bis 31. Januar geöffnet – noch einen kreativen, offensiven Mittelfeldspieler holt, beantwortet Manager Preetz: „Nein. Wir hoffen stark auf die Rückkehr von Tolga und haben zudem genügend andere Optionen.“

Der Kader sei auf allen Positionen doppelt besetzt. „Es macht weder sportlich noch wirtschaftlich Sinn“, so Preetz, „für eine bestimmte Position einen vierten oder fünften Spieler vorzuhalten.“