Bundesliga

3:2 gegen Stuttgart - Alles Kalou bei Hertha BSC

Mit dem 3:2 gegen den VfB Stuttgart hat sich Hertha auf Platz 12 in der Tabelle vorgearbeitet. Dominierender Spieler der Partie war für die Berliner Salomon Kalou mit zwei Treffern.

Foto: dpa

Die ersten Umarmungen nach dem Schlusspfiff galten Salomon Kalou, die zweiten Valentin Stocker. Dank seiner beiden Star-Einkäufe des Sommers gelang Hertha BSC der ersehnte Befreiungsschlag. Mit 3:2 (1:1) setzten sich die Berliner in der wichtigen Partie gegen den VfB Stuttgart durch. Die ersten beiden Tore erzielte Kalou, die jeweils von Stocker vorbereitet wurden.

Der Schweizer Nationalstürmer lieferte eine schwungvolle Vorstellung bei seinem ersten Einsatz in der Startelf. Für den dritten Treffer sorgte Roy Beerens. Nachdem Hertha nur schwer in die Saison gekommen war, hat sie sich mit dem zweiten Saisonsieg und nun acht Punkten Ruhe im Umfeld verschafft.

Auch Stocker überzeugt

„Es war ein sehr schöner Fußball-Abend für Unbeteiligte, aber sehr, sehr nervenaufreibend für uns in der Schlussphase“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz und stellte den Doppel-Torschützen heraus: „Kalou ist der Mann für die besonderen Momente.“ Trainer Jos Luhukay sagte: „Es war schwierig, in der Schlussphase den Vorsprung zu halten.“ Der Niederländer lobte seine Elf für Moral und Siegeswillen. „Sie ist nach dem Gegentor nicht am Boden geblieben, sondern wieder aufgestanden“, betonte der Hertha-Coach.

Nach der Enttäuschung von Augsburg (0:1) hatte Trainer Luhukay seine Elf auf drei Positionen umgebaut. Stocker und Änis Ben-Hatira standen erstmals in der Startelf. Dass Linksverteidiger Nico Schulz nach abgesessener Rot-Sperre zurückkehrte, war eh’ klar. Dafür mussten Marcel Ndjeng, Genki Haraguchi und Ronny auf die Bank.

Vor 46.312 Zuschauern ließ sich die Mannschaft auch von einem herben Dämpfer nach fünf Minuten nicht umwerfen. Stuttgarts Moritz Leitner hatte für den 0:1-Rückstand von Hertha gesorgt. „Wir haben uns vielleicht ein bisschen zu sicher gefühlt und haben es ihnen zu einfach gemacht“, sagte Leitner nach dem Spiel und gab unumwunden zu: „Mit eine Niederlage in die Länderspielpause zu gehen, ist immer scheiße.“

Schnelles Umschaltspiel

Die Berliner kamen zurück. Endlich einmal mit dem, was seit Monaten im Training geübt wird: mit schnellem Umschaltspiel. Ben-Hatira eroberte den Ball, schickte Kalou, der sofort abzog, aber VfB-Torwart Thorsten Kirschbaum parierte zur Ecke (19.). Hertha blieb dran. Kalou bediente Stocker, dessen Schuss Kirschbaum erneut parierte. Der Schweizer Nationalspieler setzte nach und wurde vom Stuttgartert Gruezo attackiert – Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Strafstoß.

Nachdem in Augsburg gehadert wurde mit der Elfmeter-Entscheidung gegen Hertha, dies war ein schmeichelhafter Pfiff zugunsten der Blau-Weißen. Kalou ließ sich nicht beirren von den Rangeleien an der Strafraumgrenze. Der Ivorer lief an, Kirschbaum entschied sich für die rechte Ecke, also schob Kalou den Ball links ins Tor, 1:1 (22.).

Der Treffer gab den Hausherren Selbstvertrauen. Spektakulär etwa eine weite Ben-Hatira-Flanke quer durch den VfB-Strafraum, Beerens zog volley ab, Kirschbaum tauchte jedoch rechtzeitig ins bedrohte Eck (44.). In der VfB-Kabine schien Trainer Armin Veh deutliche Worte gefunden zu haben, Stuttgart begann nach der Pause mit einer Drang-Phase. Torwart Kraft bewahrte Hertha mit einer Blitzreaktion bei einem Klein-Kopfball vor einem erneuten Rückstand (50.).

Die Gäste blieben feldüberlegen. Aber Hertha konterte eiskalt. An der Seitenlinie wartete Sandro Wagner auf seinen Einsatz, doch in seiner letzten Aktion brachte Kalou Hertha in Front. Nach starker Vorarbeit von Stocker setzte sich Kalou gegen Daniel Schwaab durch und schob den Ball vorbei an Kirschbaum ins kurze Eck, 2:1 (64.). Diese Konstellation wiederholte sich zehn Minuten später. An der Seite stand Jens Hegeler, so drehte Ben-Hatira in seiner letzten Aktion noch mal auf. Mit einer beherzten, scharfen Flanke bediente er Roy Beerens, der den Ball im Vollsprint über die Linie drückte, 3:1 (74.).

Die Ostkurve feierte „Hier regiert der BSC“, aber noch gab sich Stuttgart nicht geschlagen. Der VfB berannte das Hertha-Tor und kam nach einer Ecke durch ein Eigentor von Sandro Wagner zum Anschlusstreffer (84.). Mit Leidenschaft verteidigte der Hauptstadt-Klub nun den knappen Vorsprung. Hertha feierten den ersehnten Dreier mit einer ausgelassenen „Ufta“ vor der Ostkurve und geht nun aus einer Position im Mittelfeld in die 14-tägige Länderspiel-Pause. Die nächste Bundesliga-Partie steht am 18. Oktober auf Schalke an.