Trainingslager

Hertha vermeidet Ärger und sagt Test gegen Arnheim ab

Nach einer Warnung vor Hooligans findet nun das Trainingsspiel gegen Arnheim ohne Fans statt. Die Sicherheit wäre nur unter großen Anstrengungen zu gewährleisten gewesen, heißt es.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Für viele Anhänger sollte das Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim der Höhepunkt des Trainingslagers in Marienfeld (Ostwestfalen) werden. Doch bereits am Dienstag musste Hertha mitteilen, dass dieses Highlight ausfällt: „ Das für Freitag ursprünglich in Lippstadt im Rahmen des ersten Trainingslagers geplante Trainingsspiel zwischen Hertha BSC und Vitesse Arnheim muss aus organisatorischen und sicherheitsrelevanten Gründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.“

Hinter dieser sparsamen Meldung stecken gleich mehrere Aspekte. So war aus Polizeikreisen zu erfahren, dass sich mehrere, nicht nur Arnheim zuzuordnende Hooligangruppen aus den Niederlanden angesagt hatten. Es wäre also ein Spiel unter erhöhtem Risiko geworden. Doch dafür ist das Stadion am Waldschlösschen in Lippstadt nicht ausgelegt. Die kleine, knapp über 4000 Zuschauer fassende Arena verfügt noch nicht einmal über Zäune. Nur ein Geländer trennt den Zuschauerbereich vom Spielfeld.

Zusätzlich hätte wohl der Ordnungsdienst auf eine dreistellige Zahl an Kräften aufgestockt werden müssen. Zum Vergleich: Bei Bundesligaspielen setzt Hertha ungefähr 700 Ordner beim Einlass und im Stadion ein. Allerdings besuchten in der vergangenen Saison mit im Schnitt 51.889 Fans auch deutlich mehr Zuschauer das Olympiastadion.

DFB-Genehmigung zu aufwändig

Da dieser Aufwand in keinem Verhältnis zum Status des Testspiels gegen Arnheim stand, entschieden sich beide Klubs dafür, die Partie abzusagen. Vor allem die Berliner bestanden auf einer frühzeitigen Kommunikation, um den Ärger von Fans zu begrenzen, die bereits eine Fahrt aus der Hauptstadt nach Lippstadt geplant hatten. Das Testspiel wurde kurzerhand zu einem Trainingsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit deklariert. Damit entziehen sich beide Klubs der obligatorischen Spielgenehmigung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Ort ist geheim, um eine Anreise niederländischer Hooligans zu verhindern.

Dass diese Sorge nicht unberechtigt ist, zeigen Ereignisse der vergangenen Tage. Direkt vor Hertha bezog der türkische Klub Besiktas Istanbul bis zum 10. Juli ein Trainingslager auf der Anlage Klosterpforte in Marienfeld. Der DFB erteilte aber keine Spielgenehmigung für die Partien in Rödinghausen und beim SC Verl. Nachdem aber 150 Besiktas-Anhänger erst von einem Maisfeld aus dem Trainingsspiel gegen Verl zusahen, obwohl es unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollte, und später auch noch Bengalos vor dem Teamhotel in Marienfeld zündeten, musste Rödinghausen auch den inoffiziellen Kick absagen. Der örtlichen Polizei war das Risiko zu hoch.

Hertha-Fans, die unbedingt einen Test gegen einen niederländischen Klub sehen wollen, müssen aber nicht lange warten. Am 24. Juli (18 Uhr) spielt der PSV Eindhoven in Berlin gegen Hertha.