Die gute Nachricht gab es am frühen Nachmittag: Pierre-Michel Lasogga, 22, hat keinen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitten. Das ergab eine Kernspintomographie in Hamburg. Stattdessen plagen den Stürmer erneut muskuläre Problemen. Damit fehlt der Torjäger dem Hamburger SV in der Partie am Freitag gegen Bayer Leverkusen.
Dennoch ist die Verletzungshistorie der Leihgabe von Hertha BSC an den HSV beunruhigend. Lasogga laboriert zum vierten Mal an Problemen des Oberschenkels – seit Januar.
Verletzung begann im Flieger
In Berlin wird Lasoggas Weg natürlich genau verfolgt. Schließlich, so wird es bisher kommuniziert, soll der Stürmer im Sommer zu Hertha zurückkehren. Hertha-Manager Michael Preetz: „Pierre-Michel ist unser Spieler. Wir werden vom HSV informiert und informieren uns auch selbst.“
So entstand die Blessur im Trainingslager, als der HSV von Jakarta nach Abu Dhabi flog und Lasogga einen erheblichen Teil des Fluges im Stehen verbrachte. Lasogga konnte in den Emiraten nur teilweise trainieren. Und musste zum Rückrunden-Start gegen Schalke nach 24 Minuten ausgewechselt werden, wegen Oberschenkel-Problemen. Mitte Februar war Lasogga wieder im Einsatz, traf für den HSV. Und wurde Anfang März erstmals von Bundestrainer Joachim Löw zur Nationalmannschaft eingeladen.
Muskelfaserriss oder nicht?
Dort platzte sein Debüt vor dem Testländerspiel gegen Chile. Wegen, so die offizielle Diagnose des DFB, einer Verhärtung im Oberschenkel. Lasogga machte Reha in Gelsenkirchen. Und wurde eine Woche später erneut von DFB-Arzt Hans Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München untersucht. Die neue Diagnose lautete: Die wieder aufgebrochene Verletzung müsse zunächst verheilen. Mirko Slomka, mittlerweile neuer HSV-Trainer, schüttelte den Kopf: „Es ist nicht ganz deutlich geworden, ob es nun ein Muskelfaserriss war oder nicht. Das war alles ein bisschen diffus.“
Erneut ging Lasogga durch die Reha. Verpasste drei Spiele. Kehrte in der englischen Woche gegen den SC Freiburg (mit seinem zwölften Saisontreffer) zurück. Um sich nach einer weiteren Halbzeit in Mönchengladbach wieder abzumelden, – Oberschenkel-Probleme.
Der HSV kämpft verzweifelt um den Klassenerhalt
Schwer zu sagen, wo das Problem liegt: Liegen die behandelnden Ärzte in der Einschätzung daneben? Stimmt etwas mit der Belastung im HSV Training nicht? Klar ist: Die Hamburger stehen im Abstiegskampf brutal unter Druck. Der ehrgeizige Lasogga will der Mannschaft helfen. Kehrt er dabei zu früh in die Belastung zurück?
Hertha-Manager Preetz lässt sich auf die Diskussion nicht ein. Nur so viel: „Unser Mannschaftsarzt Uli Schleicher steht im Kontakt mit seinem HSV-Kollegen. Und ich habe regelmäßig Kontakt mit Pierre.“





