Hertha BSC

Baumjohann brennt auf sein Comeback gegen die Bayern

Sechs Monate musste der Spielmacher von Hertha BSC verletzt zuschauen. Nach der Generalprobe in der Regionalliga will Baumjohann am Dienstag im ausverkauften Berliner Olympiastadion auflaufen.

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Insgesamt war die Stimmung bei Hertha BSC gedrückt am Tag nach der Pleite von Mönchengladbach. Nur einer war davon ausgenommen. Alexander Baumjohann war der einzige Gewinner unter all’ den Verlierern. 2:1 hatte die U23 in der Regionalliga gegen Carl-Zeiss Jena gewonnen, Baumjohann hatte sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss ein solides Comeback gegeben. 65 Minuten hatte er gespielt. Und sagte am Tag danach: „Alles hält“ und deute auf sein Kniegelenk. „Es gibt nichts schöneres, als wieder auf dem Platz zu stehen.“

Die Kreativität des offensiven Mittelfeldspielers, seine Wucht könnte Hertha gut gebrauchen. In der Rückrunde fehlt der Mannschaft jene Dynamik und Präsenz, die Baumjohann zu Beginn dieser Bundesliga-Saison ausgezeichnet hatte. Seit drei Monaten steht er wieder im Training, seit sieben Wochen ist Baumjohann im Mannschaftstraining dabei.

Luhukay: Alex fehlen Spiele auf Niveau

Auf die Frage, ob er bereits im 18-Kader steht, wenn es am Dienstag gegen den designierten Deutschen Meister Bayern München geht, gab Baumjohann eine politisch korrekte Antwort: „Das entscheidet der Trainer.“ Aber die Ungeduld war ihm anzumerken. „Ich möchte so schnell wie möglich dabei sein und der Mannschaft helfen.“

Nun ist sein Trainer jemand, dem es wichtig ist, verletzte Spieler nicht zu früh einzusetzen. Jos Luhukay sagte: „Wir wollen Alex sorgfältig aufbauen, damit er sich an sein Topniveau heran arbeiten kann.“ Der Coach attestierte ihm, „im Training auf einem gutem Weg“ zu sein. Aber nach so einer langen Pause, „fehlen Alex Spiele auf Niveau. Und mit Niveau meine ich nicht die Regionalliga.“

Baumjohann trifft auf seinen Ex-Verein

Der Trainer überlegt noch. Der Spieler hingegen brennt auf sein Comeback. Luhukay hat die Extramotivation seines Spielmachers durchaus in der Rechnung. Es geht gegen seinen Ex-Verein. Die Liga hatte im Sommer 2009 gestaunt, als der FC Bayern das damalige Talent aus Mönchengladbach verpflichtet hatte. Es passte aber nicht mit Baumjohann und dem deutschen Vorzeigeklub. Trainer Louis van Gaal hatte keine Verwendung für Baumjohann in einem Kader, in dem Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger Offensivrollen im Mittelfeld beanspruchten. Somit geschah etwas, was eher selten ist im Bayern-Kosmos: Nach bereits einer Halbserie wurde Baumjohann ausgeliehen an den FC Schalke. Über die Ausleihstation bei Zweitligist 1. FC Kaiserslautern landete er im vergangenen Sommer in Berlin.

Baumjohann will jedoch nicht zurückschauen. Auch nicht auf die Probleme, die seine Kollegen bei Hertha in den letzten Spielen plagten. „Ich war nicht dabei“, sagte er, „ich schaue nach vorn.“ Mit Bayern München warte „die beste Mannschaft der Welt. Das wird brutal schwer.“ Trainer Luhukay lässt bei aller Zurückhaltung durchblicken, dass er überlegt, „Alex durch den einen oder anderen Kurzeinsatz an die Mannschaft heranzuführen.“

Prognose: Baumjohann gibt gegen die Bayern sein Comeback bei Hertha.