Bundesliga

Hertha BSC will gegen Hannover den ersten Heimsieg

Gegen Hannover hofft Hertha endlich auf den ersten Heimsieg des Jahres. Helfen soll dabei Ronny, der durch die Ausfälle von vier Stammkräften die Chance auf einen Startelf-Einsatz hat.

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Jos Luhukay schaut nicht gern zurück. Die Vergangenheit kann der Hertha-Trainer sowieso nicht ändern. Deshalb beschäftigt er sich nicht weiter damit und lässt normalerweise auch jede Frage danach ins Leere laufen. Doch vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 (Sonnabend 15.30 Uhr/Sky) schaute der Niederländer entgegen seiner Gewohnheit doch zwei Wochen zurück auf das 0:0 im Olympiastadion gegen Freiburg.

„Wir wollen den Eindruck von diesem Spiel wieder zurechtrücken“, sagte Luhukay. Nach der vielleicht schlechtesten Saisonleistung von Hertha pfiffen die Fans im Olympiastadion die Mannschaft aus. Das ist hängengeblieben. Genau so wie die magere Heimbilanz in diesem Jahr. Noch kein einziges Spiel konnten die Berliner zu Hause gewinnen. Bisher bekamen die Zuschauer zwei Niederlagen und ein Unentschieden zu sehen. Ein Sieg würde die Stimmung sowohl im Team als auch auf den Rängen aufhellen.

Luhukay fordert Sieg von seinem Team

„Das Team braucht das Gefühl des Sieges aus einem Heimspiel“, ist sich der Trainer sicher. Deshalb benutzte er auch Vokabeln, die sonst nur bei Vereinen in sportlichen Krisen zu hören sind. Der Niederländer spricht davon, wie die Mannschaft diesen ersten Heimsieg erzwingen muss und auch davon, dass man die eigene Haut teuer verkaufen möchte. Es ist fast so, als wollte der 50-Jährige vor der Partie seinen Profis den Willen zum Sieg einimpfen.

Dabei ist die Sehnsucht nach einem Sieg bei Gegner Hannover mindestens genau so groß wie in Berlin. Den Niedersachsen gelang in dieser Saison nur ein Dreier in der Fremde, dazu noch ein Unentschieden. Die zehn Niederlagen nagen schwer am Selbstbewusstsein. In der Auswärtstabelle der Bundesliga belegt Hannover den letzten Platz.

Ausfälle sind Ronnys Chance

Hertha plagen weiter Verletzungssorgen. Kapitän Fabian Lustenberger ist nach seinem Muskelfaserriss zwar wieder im Lauftraining, aber noch keine Alternative für das Spiel. Auch Linksaußen Änis Ben-Hatira hat nach seiner Zehenverletzung noch Rückstand. Die Mittelfeldspieler Tolga Cigerci (Muskelfaserriss) und Marcel Ndjeng (Wadenverletzung) konnten noch gar nicht trainieren. Gerade in der Mittelfeldzentrale reißt das Fehlen von Cigerci eine Lücke.

Ausfüllen könnte dieses Vakuum Ronny, der nach seiner Einwechslung beim 1:1 in Mainz am vergangenen Wochenende für spürbare Belebung im Berliner Spiel sorgte. „Das könnte ich mir auch gut vorstellen“, sagte Luhukay. Aber festlegen wollte sich der Niederländer nicht auf einen Einsatz des Brasilianers. Zu oft hatte der Star der Aufstiegssaison die Erwartungen in dieser Spielzeit enttäuscht. „Nichts würde ich mir lieber wünschen, als wenn er diese Qualität auch in der Bundesliga konstant zeigen würde“, gab der Trainer freimütig zu.

Dabei wird er sicherlich an das fulminante Freistoßtor aus dem Hinspiel gedacht haben. Kurz vor Ende der Partie traf Ronny im Herbst mit einem Gewaltschuss zum Endstand von 1:1. Gegen eine Wiederholung hätte Luhukay nichts: „Eine solche Entwicklung wäre für Ronny und damit auch für uns gut.“