Fußball-WM

Herthas Torjäger Ramos vergibt Sieg für Kolumbien

In 98 Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Einige Herthaner stellten sich am letzten Länderspiel-Termin bei ihren Nationalmannschaften vor. Aber nicht alle Hoffnungen gingen auf.

Foto: GUSTAU NACARINO / REUTERS

Adrian Ramos dürfte bei der Mannschaftsbesprechung geschluckt haben, als die Aufstellung bekanntgegeben wurde. Der Torjäger von Hertha BSC, zum ersten Mal seit November 2011 ins Nationalteam von Kolumbien eingeladen, stand nicht in der Startelf. Doch nach 22 Minuten wurde Ramos gebraucht. Sturmkollege Victor Ibarbo wurde rüde von Tunesiens Torwart umgemäht.

James Rodriguez verwandelte den fälligen Elfmeter. Ibarbo musste ausgewechselt werden, nun betrat Ramos den Rasen im Estadi Cornella-El Prat in Barcelona. Doch es war eine schwierige Begegnung, um eine Visitenkarte abzugeben für den Berliner. Die Partie gegen Tunesien war zeitweise sehr hart und ziemlich zerfahren.

Ramos spielte zunächst auf der linken Seite, später im Zentrum. Aber die kolumbianische Mannschaft wirkte wenig eingespielt. Es gab kaum Spielzüge über mehrere Stationen. Ramos, obwohl einer der kopfballstärksten Spieler der Bundesliga, erhielt so gut wie keine Flanken von den Kollegen.

Tunesien glich durch Wahbi Khazri zum 1:1 aus (36.). Die Partie blieb auch im zweiten Durchgang hektisch. Kolumbiens Kapitän Luis Perea sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (81.). Aber wie das im Torjäger-Leben ist – eine Chance ergibt sich immer. Die letzten Sekunden der Nachspielzeit liefen, als Kolumbiens Bester, James Rodriguez, mit einem Lupfer über die Abwehrkette von Tunesien Ramos anspielte. Der Herthaner stand frei elf Meter vor dem Tor und nahm den Ball direkt – vorbei am Torwart, aber auch Zentimeter am rechten Pfosten trudelte der Ball ins Aus.

Vertan war die Chance, sich als eiskalter Vollstrecker zu präsentieren. Adrian Ramos muss zittern, ob Trainer Jose Pekerman den Berliner für das WM-Turnier im Sommer beruft.

Hosogai hat die weiteste Anreise

Die weiteste Reise hatte wieder einmal Hajime Hosogai. Der defensive Mittelfeldspieler war in Tokio in der zweiten Halbzeit dabei beim 4:2 (4:1) von Japan gegen Neuseeland. Die Partie vor 47.670 Zuschauern im Nationalstadion war eine einseitige Angelegenheit. Nach 17 Minuten führten die Hausherren bereits mit 4:0. Hosogai konnte sich überzeugen, dass Shinji Okazaki in guter Form ist. Der Stürmer des FSV Mainz, am Sonntag Gegner von Hertha BSC, erzielte zwei Tore (4./ 17. Minute), außerdem waren Shinji Kagawa (7./Elfmeter) und Masato Maroishige (11.) erfolgreich. Hosogai dürfte sein WM-Ticket bei Nationaltrainer Alberto Zaccheroni sicher haben. Bei der WM trifft Japan auf Kolumbien, die Elfenbeinküste und Griechenland.

Auf Zypern blieb Jürgen Klinsmann seinem Faible für junge Spieler treu. Gegen die Ukraine bot der US-Nationaltrainer John Brooks in der Startformation auf. Bei Jos Luhukay war der Hertha-Innenverteidiger nach einer Verletzung im Januar in diesem Jahr noch nicht im Einsatz. Die Partie begann wegen der politischen Unruhen in der Ukraine mit einer Schweigeminute. Brooks musste auf internationalem Niveau rasch Lehrgeld zahlen. Andriy Yarmolenko überwand die gestellte Abseitsfalle der Amerikaner und traf zum 1:0 für die Ukraine (12.). Marko Devic erhöhte auf 2:0 (68.).

Dieser Test ging für die USA, bei der WM Gegner von Deutschland, daneben. Auch Gruppengegner Ghana kassierte eine Niederlage, die Mannschaft um Kevin Boateng verlor in Montenegro mit 0:1.

Dagegen unterstrich das Team des WM-Gastgebers seine Titelambitionen. Die Mannschaft von Trainer Luiz Felipe Scolari gewann in Südafrika mit 5:0 (2:0). Für Brasilien trafen Stürmerstar Neymar (41., 46., 90.) sowie Oscar (10.) und Fernandinho (79.).

Frankreich setzte sich gegen die Niederlande im Stade de France mit 2:0 (2:0) durch. Karim Benzema (32.) und Blaise Matiudi (42.) erzielten die Tore für die Franzosen. Der Münchner Offensiv-Star Franck Ribéry wurde nach überstandener Verletzung nach 63 Minuten eingewechselt.