Finanzen

Herthas Rückkehr in die Bundesliga war kostspielig

Die Berliner haben zwar im Geschäftsjahr 2012/2013 ihre Schulden reduziert, andererseits aber mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Das teilte Finanzchef Schiller vor der Mitgliederversammlung mit.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga war ein kostspieliges Abenteuer: Hertha BSC hat in der Saison 2012/13 insgesamt 7,8 Millionen Euro weniger eingenommen als ausgegeben. Im zurückliegenden Zweitliga-Jahr standen Einnahmen von 57,7 Millionen Euro Ausgaben von 65,5 Millionen gegenüber. Das gab Ingo Schiller, Finanzgeschäftsführer von Hertha BSC, vor der am Abend stattfindenden Mitgliederversammlung bekannt.

Dennoch gelang es dem Hauptstadtklub die Verbindlichkeiten von 42 auf 36,8 Millionen Euro zu senken. Das wurde möglich, weil Hertha die Catering-Rechte für das Berliner Olympiastadion von 2014 bis 2020 an einen noch unbekannten Investor für rund zehn Millionen Euro verkauft hat. „Wir haben diese Zusatzeinnahme vorgezogen, um die Verbindlichkeiten zu reduzieren“, sagte Schiller. „Geringere Verbindlichkeiten bedeuten eine geringere Zinsbelastung.“

Bisher lagen die Rechte an den Einnahmen aus dem Catering bei der Olympiastadion GmbH. Der aktuelle Vertrag mit dem Catering-Unternehmen Aramak endet im Juni 2014. Derzeit prüft Hertha verschiedene Anbieter für die folgenden Jahre.

Zudem erfüllt Hertha damit eine Auflage der Deutschen Fußball Liga, die von ihren Erstligisten fordert, jeweils zum 31. Dezember eines Jahres, das negative Eigenkapital um zehn Prozent abzubauen.

Trotzdem belegt das Millionen-Minus der vergangenen Saison die Probleme, die Bundesliga-Absteiger wie Hertha (oder in den Vorjahren Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern oder der 1. FC Köln) mit entsprechenden Erstliga-Strukturen im Unterhaus haben.

Team um Luhukay zahlte „Vorschuss“ zurück

Für die Mission Wiederaufstieg hat Hertha in 2012/13 insgesamt 26,6 Millionen Euro an Personal-Etat ausgegeben. Die Mannschaft samt Trainer Jos Luhukay haben es dem Verein mit der Zweitliga-Meisterschaft samt Rekordpunktzahl zurückgezahlt. Einen solchen finanziellen Kraftakt hätte sich der Verein in der Zweiten Liga nicht ein zweites Jahr in Folge leisten können.

Für die laufende Bundesliga-Saison gab sich Schiller zuversichtlich. „Es bleibt das Ziel, ein schwarze Eins zu erwirtschaften.“ Parallel mit dem guten sportlichen Verlauf – Hertha ist aktuell Bundesliga-Siebter – gibt es auch positive Zeichen bei den Finanzen. Im Zuschauer-Bereich haben die Berliner schon jetzt eine Million Euro mehr eingenommen, als geplant. In der TV-Tabelle (die die vergangenen vier Jahre berücksichtigt) hat Hertha den FC Augsburg überholt und rangiert dort auf Platz 16. Jeder Platz-Unterschied bedeutet eine Mehr-Einnahme von mehr als einer Million Euro.

Nachdem Hertha in den zurückliegenden Jahren kräftig Achterbahn gefahren ist bei der Höhe der Verbindlichkeiten (2006 lagen sie bei 54 Millionen, 2008 bei 29 Millionen, 2012 bei 43 Millionen Euro), versprach Schiller: „Die 36,8 Millionen sollen der Oberdeckel bei den Verbindlichkeiten sein. Wir wollen uns dauerhaft unterhalb dieses Wertes bewegen.“ Das ist nur möglich, wenn Hertha in den kommenden Jahren stetig sein Ziel erreicht: ein etablierter Erstligist zu werden.