Hertha rockt. Da mögen sie in überregionalen Medien behaupten, dass in Berlin der 1. FC Union begeistert und als kultig angesehen wird. Nichts gegen denn Zweitligisten aus Köpenick, aber der blau-weiße Hauptstadt-Klub stößt gerade in neue Dimensionen vor. So weist Hertha nach fünf Heimspielen einen fulminanten Zuschauer-Schnitt auf. Im Schnitt strömten 53.420 Fans ins Olympiastadion. Nur Dortmund (80.400), die Bayern (71.000) und Schalke (61.700) locken mehr Kundschaft als der Aufsteiger. Für die Partie am Sonnabend gegen den FC Schalke hat Hertha im Vorverkauf 62.000 Karten abgesetzt (Anstoß: 15.30 Uhr).
Erwartet wird eine Kulisse von über 70.000. Die Rückkehr des Ex-Herthaners Kevin-Prince Boateng ist ein Aspekt, die Rivalität mit Schalke, von Teilen der Hertha-Fans mit Inbrunst gepflegt, ein weiterer. „Aber ich glaube, dass wir uns die Resonanz auch verdient haben“, sagte Trainer Jos Luhukay. Er hat seit seinem Amtsantritt im Sommer 2012 das Motto ausgegeben: „Wir wollen unsere Fans mit attraktiven, leidenschaftlichem Fußball begeistern.“
Der Trainer fordert, die Mannschaft liefert. In der Vorsaison blieb Hertha als einzige Mannschaft im deutschen Profifußball ungeschlagen. In dieser Saison gewann das Team um Kapitän Fabian Lustenberger vier von fünf Partien im Olympiastadion. „Es bleibt dabei, die Grundlage für den Klassenerhalt müssen wir zu Hause legen“, sagte Luhukay. „Da hilft uns die Begeisterung unserer Fans.“
Auch finanziell hilft der Run auf die Heimspiele. „Die Resonanz ist fantastisch, wir bedanken uns bei jedem Besucher“, sagte Herthas Finanzchef Ingo Schiller. Zum Vergleich: Vor Saisonbeginn hatte Hertha bei den Lizenzunterlagen für die DFL mit 47.500 Besuchern im Schnitt kalkuliert. Die Zahlen besagen, dass Hertha einen neuen Zuschauerrekord ansteuert. Der bisherige datiert aus der Saison 2011/12 (53.448).
Schalke spielt bisher unter den Erwartungen
Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass Hertha als Fünfter den Siebten empfängt. Schaut man sich die Kader der beiden Klubs an, liegt die Favoritenrolle dennoch bei den Gästen. Die Schalker Offensive mit Julian Draxler, Boateng, Adam Szalai und Supertalent Max Meyer gehört zum Besten, was die Liga hat. Selbst, wenn mit Klaas Jan Huntelaar und Jefferson Farfan zwei Hochkaräter verletzt fehlen. Schon mit Blick auf den Etat muss Schalke die Champions League erreichen, so haben es auch die Spieler vor der Saison auf einem Plakat unterschrieben (Das Ziel ist ein Platz zwischen 1 und 3). Bisher jedoch zeigten sich die Knappen wankelmütig, neben starken Auftritten etwa in der Königsklasse gab es diverse Rückschläge, zuletzt das 1:3 im Derby gegen Dortmund.
Trainer Jens Keller warnt Schalke
Schalkes Trainer Jens Keller ist nicht entgangen, dass Hertha eine gleichmäßige Saison gespielt hat: „Die Berliner stehen nicht zufällig da oben, sie haben sich ihre Punkte hart erarbeitet“, sagte Keller auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel. „Hertha hat wenig Gegentore bekommen, spielt sehr kompakt.“





