Der größte Moment in der Karriere des Ilhan Mansiz spielte sich im Sommer 2002 ab. Als Einwechselspieler erzielte der Stürmer im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft das Golden Goal für die Türkei. Endstand 1:0 gegen den Senegal. Der Wahnsinn.

Elf Jahre ist das her, und Stand gestern wird dieses Tor auch der vorerst größte Moment in Mansiz’ Karriere bleiben. Denn bei der Nebelhorn Trophy in Oberstdorf verpassten der ehemalige Profi von Hertha BSC – 2004 für ein Jahr in Berlin unter Vertrag – mit seiner Partnerin Olga Bestandigova im Paarlauf den anvisierten Platz unter den ersten fünf. Der hätte den gemeinsam Traum vom Erreichen der Olympischen Spiele im Eiskunstlauf bedeutet. Bemerkenswert ist die Geschichte trotzdem. Vom türkischen WM-Helden zum Balletttänzer auf dem Eis: eine überraschende Wandlung.

Comeback bei 1860 gescheitert

Vier Jahre nach ebenjener WM in Japan/Südkorea beendete Mansiz seine Karriere. Lange hielt es der mittlerweile 38-Jährige ohne Sport allerdings nicht aus. Nach einem gescheiterten Comeback bei 1860 München vor vier Jahren tauschte Mansiz einfach Fußball- gegen Schlittschuhe und versucht sich seit dem als Eiskunstläufer – mit ambitionierten Zielen.

Schon als Fußballspieler sorgte der gebürtige Kemptener für Furore. So wechselte er 2002 als Torschützenkönig der türkischen Liga nicht zu einem renommierten europäischen Klub, sondern in die japanische Liga. Anschließend versuchte sich der Angreifer in der Saison 2004/2005 bei Hertha BSC, doch Verletzungen sorgten dafür, dass es nie zu einem Pflichtspiel-Einsatz reichte. Lediglich in der Regionalliga durfte er für die zweite Mannschaft einmal ran – als Einwechselspieler. Der Vertrag wurde nach einem Jahr aufgelöst, wenig später beendete er seine Karriere.

Immer im Scheinwerferlicht

Abseits des Feldes jedoch ist es Mansiz stets gelungen, im Scheinwerferlicht zu bleiben. Im türkischen Fernsehen erhöhte er als Schauspieler und Moderator seinen Bekanntheitsgrad. Durch die Teilnahme an „Buzda Dans“, der türkischen Version von „Stars auf Eis“, kam Mansiz auf den Geschmack von Eiskunstlauf. Zu diesem Zeitpunkt traf er auch auf seine jetzige Partnerin Olga Bestandigova, die schon 2002 bei den Olympischen Spielen als Paarläuferin für die Slowakei teilnahm. Nachdem sie gemeinsam die Sendung gewinnen konnten, verschrieben sich der extrovertierte Türke und die hübsche Slowakin dem Ziel Olympia 2014.

Ein Traum, der sich nun nach der verpassten Qualifikation nicht erfüllt hat. Beim Blick auf die Laufbahn von Ilhan Mansiz ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit, wann der Fußballheld von 2002 eine neue Geschichte zu bieten haben wird.