Ex-Spieler

Tunay Torun bereut keinen Tag bei Hertha BSC

Nach dem Abstieg im letzten Jahr wechselte Tunay Torun von Berlin nach Stuttgart. Dort sucht der Mittelfeldmann noch den Anschluss – und denkt rückblickend oft an seine Zeit bei Hertha BSC.

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Bei der Frage nach seinem letzten Bundesligator muss Tunay Torun nicht lange überlegen: „Ein Doppelpack in Leverkusen.“ Mit Hertha BSC spielte Torun in der BayArena gegen den Abstieg, kam kurz nach der Halbzeit ins Spiel und drehte ein 1:2. Trotz des Gegentors zum 3:3 keimte an diesem 31. Spieltag noch einmal Hoffnung auf. Am Ende stiegen die Berliner trotzdem ab.

15 Monate ist das inzwischen her, vergessen ist es nicht. „Der Abstieg macht mich immer noch traurig. Trotzdem war Hertha gut für mich. Ich war zum ersten Mal aus Hamburg weg und musste selbstständig sein“, sagt Torun über diese Saison 2011/2012. Während Hertha den Gang in Liga zwei antrat, blieb Torun der Bundesliga erhalten. Trotz durchschnittlicher Leistungen in Berlin durfte er beim VfB Stuttgart anheuern. Eigentlich keine schlechte Adresse.

Unter Rehhagel begnadigt

Und doch klingt Wehmut in der Stimme des Offensivallrounders, wenn die Sprache auf seinen alten Verein kommt. Er bereue keinen Tag, auch wenn am Ende ein paar Dinge schief gelaufen seien, sagt Torun und meint die Zeit, als er aus disziplinarischen Gründen zeitweise in der zweiten Mannschaft spielen musste. Otto Rehhagel begnadigte ihn schließlich. Respekt vor dem großen Trainer hat er bis heute, genau wie vor der aktuellen Mannschaft. „Bei Gesprächen mit Änis höre ich immer raus, wie gut der Teamgeist in der Truppe ist“, sagt Torun. Mit Ben-Hatira oder Maik Franz ist Torun in Kontakt geblieben, er freut sich auf das Wiedersehen mit den „Jungs“.

Dafür müsste er jedoch privat in die Hauptstadt reisen. Denn beim VfB steht er abermals nicht im Kader. Wegen einer Verletzung im rechten Oberschenkel langte es in der Vorsaison unter Bruno Labbadia nur für neun Einsätze – noch immer sucht er den Anschluss. „Ich weiß, dass der Trainer fair ist. Er hat mir gesagt, dass ich meine Chancen erhalten werde, wenn ich fit bin“, sagt Torun über den neuen Coach Thomas Schneider, der seit gut zwei Wochen im Amt ist.

Auf einmal Sechser

Unter Schneider wird Torun derzeit umgeschult. Sonst auf den Außenbahnen oder in der Zentrale zu Hause, spielt er im Training nun öfter im defensiven Mittelfeld. Die Position gefällt ihm, „ich mag es, die Bälle zu verteilen.“ Die durch Schneider ausgebrochene Aufbruchsstimmung beim VfB hat ihn angesteckt: „Wir spielen jetzt einen anderen Fußball und haben wieder Spaß im Training. Es wird viel gelacht.“ Den Abgang von Labbadia, unter dem er bereits beim Hamburger SV spielte und der ihn zum VfB holte, hat er verkraftet: „Ich hatte schon so viele Trainer. Aber ich wünsche ihm alles Gute.“

Auf alles Gute hofft Torun auch in Stuttgart. Die Stadt kommt seiner Gesundheit entgegen, er verbringt mehr Erholungszeit in seiner Wohnung. „In Stuttgart kann man weniger unternehmen als in Berlin. Aber man hat hier alles, was man braucht“, sagt er. Fehlt nur noch ein bisschen mehr Einsatzzeit in der Bundesliga.