Fußball

Ronny schon in Freistoß-Laune - Hertha gewinnt Test mit 4:0

Im ersten Testspiel der Bundesliga-Vorbereitung gewann Aufsteiger Hertha BSC standesgemäß 4:0 (1:0) beim Sechstligisten SV Falkensee-Finkenkrug. Torschützen waren Ronny, Allagui, Ramos und Ben-Hatira.

Foto: Rauchensteiner/Augenklick / pa

Beim Auflaufen zur zweiten Hälfte hielt Änis Ben-Hatira noch mal an: Ein Teenager bat um ein gemeinsames Foto für die Handykamera. Unmittelbar mit dem Abpfiff setzte ein positiv besetzter Platzsturm ein. Vor der idyllischen Waldkulisse des Stadion an der Ringpromenade schien es, als mache Hertha BSC einen Ausflug in längst vergangene Fußballzeiten. Profis zum Anfassen, die die Fanwünsche erfüllten. Die 4500 Zuschauer in der ausverkauften Sportanlage dankten es mit Sympathie. 4:0 (1:0) gewann der Bundesligist den ersten Test beim SV Falkensee-Finkenkrug. Der Verein aus der Brandenburg-Liga feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag.

Treffer aus 24 Metern

Standesgemäß eröffnete der Torjäger der Vorsaison den Reigen. Ronny versenkte einen 24-Meter-Freistoß im Netz des Sechstligisten, da waren aber bereits 41 Minuten gespielt. Im Endspurt sorgten Sami Allagui (73.), Adrian Ramos (81.) und Änis Ben-Hatira (88.) für ein annähernd standesgemäßes Resultat.

Trainer Jos Luhukay schickte zwei komplett verschiedene Formationen in beide Halbzeiten, nur Peer Kluge (Nackenbeschwerden) und Alexander Baumjohann, der die Relegation mit dem 1. FC Kaiserslautern gespielt hatte, wurden geschont.

Finkenkrugs Torwart muss trösten

Das Publikum bewies viel Wohlwollen und litt mit den Profis. Unübersehbar war, dass die letzte Partie sechs Wochen zurück- und der Urlaub dazwischen gelegen hatte. Natürlich war der Favorit klar feldüberlegen und schob sich den Ball gefühlt zu 90 Prozent hin und her. Doch in der zweiten Hälfte musste der beste Mann der Gastgeber, Torwart Tony Erne, mehrfach als Tröster auftreten. Nach 80 Minuten munterte Erne Hertha-Stürmer Allagui auf, der den Ball zur Verwunderung der aufstöhnenden Fans aus vier Metern über das leere Tor schob. Kurz vor dem Ende wiederholte Ben-Hatira das gleiche Kunststück, diesmal gar aus nur zwei (!) Metern. Erneut sprach der Torwart Mut zu.

Von Herthas Neuen konnte Sebastian Langkamp keine Punkte sammeln. Als Innenverteidiger bekam er der Natur dieser Vorbereitungspartie entsprechend so gut wie nichts zu tun. Etwas dankbarer gestaltete sich die Aufgabe für Johannes van den Bergh im zweiten Durchgang. Der Neue von Fortuna Düsseldorf interpretierte den Posten als linker Außenverteidiger im Stil eines dynamischen Linksaußen, der Flanke auf Flanke in den Strafraum der Gastgeber schlug. So offensiv ist schon lange kein Defensivspieler mehr bei Hertha aufgetreten. Dennoch wusste van den Bergh das Geschehen realistisch einzuordnen. „Wir stehen noch ganz am Anfang. Das hat man gesehen. Wir sind nur schwer ins Spiel gekommen.“

Ramos köpft den Ball nach einer Ecke wuchtig ins Tor

Neben den vergebenen Möglichkeiten tankte die Offensive vor allem kurz vor dem Ende auch etwas Selbstvertrauen. Adrian Ramos köpfte, wie in der Vorsaison mehrfach gesehen, eine Ecke wuchtig ins Tor. Den schönsten Treffer des Tages gegen die sich tapfer wehrenden Falkenseer hatten sich die Gäste für den Schluss aufgehoben. Ben-Hatira versenkte per Präzisionsschuss einen 16-Meter-Freistoß an die Unterkante der Latte, von dort sprang der Ball ins Tor, es war der 4:0-Endstand.

Trainer Jos Luhukay sagte: „Solche Spiele gehören zur Vorbereitung dazu. Sie sind wichtig, um in die richtige Verfassung zu kommen.“ Auch Manager Michael Preetz sagte, es sei noch zu früh, um in die sportliche Beurteilung zu gehen. Dafür lobte er die Veranstalter: „Ich bin sehr zufrieden, vor allem mit dem wunderbaren Rahmen.“

Die nächste Gelegenheit, um die Form zu testen, bietet sich Hertha am Sonntag, dann geht es um 15 Uhr gegen den FC Strausberg.