Am Ende war es fast so wie bei den großen Meistern: mit Konfettiregen, einer schönen Schale und einer Mannschaft, die sich feiern ließ. Die B-Junioren des VfB Stuttgart hatten das Finale im Amateurstadion von Hertha BSC mit 1:0 (0:0) gegen das Team der Gastgeber gewonnen. Zum insgesamt siebten Mal holten sie sich diesen Titel bereits. „Verdient“, wie nicht nur der Stuttgarter Sportdirektor Fredi Bobic fand. „Im vergangenen Jahr haben die Jungs hier noch deutlicher dominiert, aber 0:2 verloren“, sagte der einstige Nationalstürmer. „Diesmal war es am Ende hochdramatisch, doch ich finde, der VfB ist zu Recht Meister.“
2800 Zuschauer waren gekommen, um die Neuauflage des Vorjahres zu sehen, darunter neben Bobic auch der einstige Hertha-Trainer Falko Götz, Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller und mit Axel Kruse ein weiterer ehemaliger Stürmer der Blau-Weißen. Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay dagegen sind im Urlaub. Sie verpassten ein tolles Fußballspiel mit einer etwas stärkeren Stuttgarter Mannschaft.
In der ersten Halbzeit hatte der Titelverteidiger keine einzige nennenswerte Torchance. Auf der anderen Seite dagegen musste Torwart Nils-Jonathan Körber mehrmals beherzt eingreifen, um hochkarätige Gelegenheiten des VfB zunichte zu machen. In der 49. Minute war jedoch auch er machtlos. Stuttgarts Mete Celik hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und fand mit seiner scharfen Hereingabe Adrian Grbic, den gefährlichsten Schützen der Schwaben, der den Ball nur noch ins Tor abfälschen musste.
Plötzlich gab es Torchancen zuhauf
„Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen“, sagte Torwart Körber, „aber in der zweiten Hälfte wurde es besser, weil wir unser System geändert haben.“ Mit dem 0:1 begann das Spiel quasi neu, jetzt standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber – die Stuttgarter spielerisch nach wie vor stärker, doch die Hertha-Bubis mit großem Kampfgeist. Nun gab es Torchancen zuhauf, auf beiden Seiten, und neben Körber zeichnete sich jetzt auch Marius Funk im VfB-Kasten mit guten Reflexen aus.
„Da hätte auch das 1:1 fallen können“, sagte Bobic. Bei den Stuttgartern, die in der ersten Hälfte viel mehr investiert hatten, häuften sich die Krämpfe, Grbic musste sogar ausgewechselt werden, weil beide Beine den Dienst versagten. Hertha erhöhte noch einmal den Druck, Yanni Regäsel, Shawn Kauter und Damir Bektic hatten den Ausgleich auf dem Fuß beziehungsweise Kopf. Doch entweder zielten sie zu ungenau oder Funk stand ihnen im Weg. In den ersten 40 Minuten hatte er keinen Ball abwehren müssen, nun war er zur Stelle. „Wir haben schon verdient verloren“, fand Körber.
Trotzdem könnte es gut sein, dass auch der eine oder andere Jung-Herthaner in ein paar Jahren nicht mehr im Amateurstadion aufläuft, sondern wenige Meter entfernt im Olympiastadion.
diw




