DFB-Pokal

Hertha und Union spielen auswärts – BFC empfängt Erstligisten

Die erste Runde des DFB-Pokals steht. Hertha BSC fährt nach Neumünster, Union muss sich mit einem Zweitliga-Absteiger messen – und der BFC empfängt Stuttgart. Eine Panne gab es bei Auslosung zudem.

Die Fans von Hertha BSC mussten lange warten. Länger ging’s gar nicht. Bei der Auslosung der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals im Rahmen der ARD-Sportschau war die Kugel mit Namen und Emblem des Bundesliga-Aufsteigers die letzte, die gezogen wurde. Somit stand schon nach der vorletzten Kugel fest: Die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay reist am ersten Wochenende im August zum VfR Neumünster, einem Viertligisten aus Schleswig-Holstein. Manager Michael Preetz kommentierte: „Ohne dem VfR Neumünster zu nahe zu treten, müssen wir eine Runde weiterkommen, das ist vollkommen klar.“ Luhukay sah es ähnlich: „Wir nehmen den Gegner mit Respekt, aber auch mit Selbstbewusstsein an: Da müssen wir uns durchsetzen, fertig!“

Bei der Pokalhistorie der Berliner, die schon oft und auch in der vergangenen Saison bei Wormatia Worms gegen einen Viertligisten scheiterten, ist etwas Skepsis allerdings nur logisch. So erinnert sich Kapitän Peter Niemeyer: „Nach unserer Blamage im letzten Jahr haben wir ja was gutzumachen. Neumünster müssen wir schlagen.“

Große Freude beim BFC

Beim 1. FC Union war man ebenfalls nicht unzufrieden: Die Köpenicker bekamen Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg zugelost. Torhüter Daniel Haas sagte: „Wir sind die klassenhöhere Mannschaft, so müssen wir in Regensburg auch auftreten.“ Etwas vorsichtiger äußerte sich Trainer Uwe Neuhaus: „Regensburg ist sicher kein Wunschlos, aber wir können damit leben. Favorit sind wir in der ersten Runde immer, also gilt es weiterzukommen. Unser letztes Spiel dort hat gezeigt, dass das kein Spaziergang wird. Wir nehmen die Aufgabe sehr ernst.“ In der vergangenen Zweitligasaison lauteten die Ergebnisse gegen die Ostbayern 3:3 und 1:o. Zahlreiche Profis um Kapitän Torsten Mattuschka hatten zusammen mit den Fans die Pokalauslosung bei ihrem Sommerfest verfolgt.

Hocherfreut kommentierte der dritte Berliner Klub sein Los, gegen den VfB Stuttgart antreten zu müssen. Der in der Oberliga, der fünften Spielklasse startende BFC Dynamo will für dieses Spiel in den Jahnsportpark umziehen. „Wir sind sehr zufrieden, das wird ein richtiges Highlight“, freute sich der sportliche Leiter Kevin Meinhardt, „es gibt so viele Schwaben in Berlin, das Stadion werden wir sicher füllen“, kündigte er an. Zu den Chancen, die nächste Runde zu erreichen, äußerte sich Meinhardt zurückhaltend: „Man muss realistisch sein: Der VfB war immerhin im Pokalfinale.“

Ein Kuriosum gab es bei der Auslosung auch. Der MSV Duisburg und Erzgebirge Aue wurden zweimal gemeinsam zugelost. Dem MSV wurde wegen finanzieller Probleme die Zweitligalizenz entzogen. Dagegen wehrt er sich derzeit vor dem neutralen Schiedsgericht, dessen Entscheidung erwartet wird. Bleibt er Zweitligist, heißt der Gegner VfL Osnabrück, und Erzgebirge Aue empfängt den SC Paderborn. Bleibt es beim Lizenzentzug, heißt der Kontrahent Paderborn, und Aue müsste in Osnabrück antreten.

Panne durch Nia Künzer

Bei der Auslosung hatte es zudem eine Panne gegeben. Drittliga-Aufsteiger Rasenballsport Leipzig wurde von Ex-Nationalspielerin Nia Künzer gegen den Fünftligisten Sportfreunde Baumberg gelost, Duelle zwischen Nicht-Bundesligisten sind aber zum Auftakt ausgeschlossen. Das Los von Leipzig befand sich im Profitopf. Wie in einer Zeitlupen-Wiederholung zu sehen war, hatte Künzer zuvor unabsichtlich eine Kugel mit dem Arm beim Mischen aus dem Amateur- in den Profitopf bugsiert. Nach Einschreiten des DFB-Abteilungsleiters im Spielbetrieb, Markus Stenger, ordnete DFB-Präsident und Ziehungsleiter Wolfgang Niersbach an, die Kugel mit dem Leipziger Emblem zurückzulegen und einen neuen Gegner für Baumberg zu ziehen. Es ist der FC Ingolstadt.