Euro 2012

Löw spürt "große Explosion" bei Özil

Der Bundestrainer erwartet von seinem Spielgestalter eine Leistungssteigerung: „Bei der WM 2010 war das auch nach der Vorrunde“.

Foto: DAPD

Bei Deutschlands Spielmacher Mesut Özil wird im Viertelfinale der Fußball-EM gegen Griechenland der Knoten platzen. „Die große Explosion Özils kommt noch. Bei der WM 2010 war das auch nach der Vorrunde“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag über den 23-Jährigen vom spanischen Meister Real Madrid, der in den Vorrundenspielen gegen Portugal (1:0), die Niederlande (2:1) und Dänemark (2:1) noch ein Stück von seiner Bestform entfernt schien.

Der Bundestrainer wies darauf hin, dass Özil bei der WM in Südafrika 2010 im Achtelfinale gegen England (4:1) und im Viertelfinale gegen Argentinien (4:0) „überragend gut“ gewesen sei. „Ich spüre, dass das jetzt auch eintritt“, sagte Löw. Özil war am Dienstag nicht im Mannschaftstraining und arbeitete im EM-Quartier in Danzig individuell.

Fast war es eine Rechtfertigungsarie des Bundestrainers für Özil. Der habe sich nach Ansicht des Bundestrainer im Spiel gegen Dänemark am Sonntag stark verbessert gezeigt, „wahnsinnig viele Wege“ gemacht und sei „intensiv“ am Ball gewesen. „Was ihm in manchen Momenten gefehlt hat, waren gute Anspielmöglichkeiten oder ein gutes Weiterspielen in der Offensive“, sagte Löw. „Özil lebt davon, weil er Pässe in die Tiefe, in die Schnittstellen, überragend gut rein spielen kann.“ Özils Leistungen lobte er als absolut mannschaftsdienlich.

Özil polarisiert zurzeit, weil an den gebürtigen Gelsenkirchener hohe und oft auch überbordende Erwartungen gestellt werden. So hieß es in einem Beitrag nach dem Dänemark-Spiel, er habe keine Torvorlagen bei der EM gegeben. „Er hat den Assist zum Tor von Lars Bender gemacht“, sagte dagegen Löw über das 2:1 gegen Dänemark, außerdem erklärte der Bundestrainer: „Er hat den schnellen, entscheidenden Pass zu Bastian Schweinsteiger gegeben, der damit gegen die Niederlande ein Tor von Mario Gomez vorbereiten konnte.“