Zweite Bundesliga

Rangnick lehnte Jamie Vardy ab - Schicksalstage in Leipzig

Leipzig erlebt turbulente Tage. Zwischen der Aufregung um Jamie Vardy, Willi Orban und Ralph Hasenhüttl will RB auch noch aufsteigen.

Leicester-Stümer Jamie Vardy konnte zwischen dem vierten und 14.Spieltag in jedem Spiel ein Tor erzielen. Mittlerweile steht er bei 22 Treffern.

Leicester-Stümer Jamie Vardy konnte zwischen dem vierten und 14.Spieltag in jedem Spiel ein Tor erzielen. Mittlerweile steht er bei 22 Treffern.

Foto: Michael Regan / Getty Images

Leipzig.  Beinahe jeder Fußball-Fan fiebert derzeit mit Leicester City und ihren Meisterschaftsträumen mit. Es zeigt, dass nicht nur Geld, sondern auch ehrliche Arbeit zu Erfolg und Titel führen kann. Diese märchenhafte Geschichte von Leicester City wird besonders mit einem Namen in Verbindung gebracht: Jamie Vardy.

Bis 2011 kickte der Stürmer noch in der fünften englischen Liga, es folgte 2012 der Wechsel zu den „Foxes“. In dieser Saison hätte Vardy mit 22 Toren und acht Vorlagen in 34 Spielen einen erheblichen Anteil an dem erstmaligen Gewinn der englischen Meisterschaft für Leicester.

Um ein Haar wäre Vardy 2014 in Leipzig gelandet, wie jetzt die „Sport Bild“ berichtet. Ralf Rangnick weilte in London, um ein 16-jähriges Talent für den damaligen Zweitligaaufsteiger zu gewinnen. Das junge Talent entschied sich später für den FC Liverpool, allerdings wollte dessen Berater Rangnick stattdessen Jamie Vardy schmackhaft machen.

Ablehnung wegen des Alters

„Herr Rangnick, es ist jammerschade, dass Sie bei Ihren Verpflichtungen so radikal sind und nur Spieler holen, die jünger als 24 alt sind. Ich hätte da nämlich jemanden, der wie gemalt ist für Sie. Er würde unter Ihnen garantiert Nationalspieler werden. Er ist aber schon 27 Jahre alt und saß nach einer kleinen Rangelei auch schon mal im Gefängnis.“

Ralf Rangnick hat sich Vardy zwar angeschaut, aber am Ende gegen ihn entschieden. Zum Berater habe er gesagt: „Nein, 27 Jahre, das machen wir nicht.“ Vardy blieb in Leicester, der Rest ist Geschichte. RB Leipzig schafft wahrscheinlich auch ohne den englischen Nationalspieler den Aufstieg.

Am Montag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern gab es jedoch einen kleinen Dämpfer im Aufstiegsrennen. Lediglich ein Remis konnten die Leipziger aus Kaiserslautern entnehmen. Über das Ergebnis sprach nach dem Spiel keiner mehr. Vielmehr waren die Transparente und Geschehnisse um Willi Orban Gesprächsthema Nummer eins. War das intonierte „Alle auf die Nummer Vier“- Orbans Rückennummer- noch harmlos, so erreichte das Transparent mit Orbans Gesicht und einem Fadenkreuz neue Ausmaße.

Orban: „Den Klub-Verantwortlichen fehlen dann teilweise die Eier“

Rangnick sprach von „neuen Dimensionen der Geschmacklosigkeit“ und hatte keinerlei Verständnis für die Aktionen der Lauterer Fans. Orban, der in der 63.Minute nach seiner zweiten gelben Karte das Feld verlassen musste, sprach von zu viel Einfluss der Ultras im Verein.

„Den Klub-Verantwortlichen fehlen dann teilweise die Eier, um auch mal Stopp zu sagen, Regeln aufzustellen und einzuhalten. Tradition ist nicht der Deckmantel für Diskriminierung und Fehlverhalten. Sich hinter Tradition zu verstecken, ist sicher der falsche Weg.“, sagte Orban. Der 23-jährige spielte 18 Jahre für die „Roten Teufel“ und verließ den Verein im letzten Sommer in Richtung Leipzig.

Bei noch drei zu absolvierenden Spieltagen und vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz scheint der direkte Aufstieg in greifbarer Nähe. Ralf Rangnick hätte dann seine Mission erfüllt und möchte zur nächsten Saison sich wieder aus dem Trainerteam verabschieden und auf seinen Sportdirektorposten zurückgehen. Trainer werden soll Ralph Hasenhüttl.

Sollte kein Nachfolger für Hasenhüttl gefunden werde, muss er in Ingolstadt bleiben

Zumindest wenn man Medeienberichten glauben mag. Denn der Österreicher hat sich gegen eine Vertragsverlängerung bei seinem jetzigen Arbeitgeber Ingolstadt entschieden und seinen Wunsch geäußert, am Saisonende den Verein zu verlassen. Trotz gültigem Arbeitspapier bis 2017.

Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke sagte der „Bild“-Zeitung: „Ralph hat uns gesagt, dass sich ein Verein bei uns in den nächsten Tagen melden wird.“ Dieser muss allerdings eine Ablösesumme zahlen, um Hasenhüttl aus dem Vertrag zu kaufen. Die Rede ist laut „Bild“-Zeitung von zwei Millionen Euro.

Allerdings erklärte Harald Gärtner, Geschäftsführer Sport und Kommunikation bei den Schanzern: „Für uns geht es darum, ob wir einen geeigneten Nachfolger finden. Sollte das nicht der Fall sein, ist klar, dass Ralph Hasenhüttl seinen laufenden Vertrag erfüllen muss.“

Am Freitag empfängt RB Leipzig Arminia Bielefeld zum vorletzten Heimspiel. Mit einem Sieg wäre man dem direkten Aufstieg und der Bundesliga einen erheblichen Schritt näher. Und die Personalplanungen können weiter vorangetrieben werden. Neuer Trainer, neue Spieler, Rangnick wird im Sommer viel zu tun haben. Keine Zeit, Jeremy Vardy nachzutrauern