Fünf Tore binnen acht Tagen – Claudio Pizarros aktuelle Erfolgsbilanz hatte sogar seine Ex-Kollegen bei Bayern München aufhorchen lassen. „Im Strafraum ist er Wahnsinn“, warnte etwa Pep Guardiola. Seit Freitagmittag steht allerdings fest: Das Wiedersehen mit dem Peruaner (37), der bei Werder Bremen seinen x-ten Frühling erlebt, wird am Sonnabend entfallen. Wegen einer Adduktorenzerrung wurde Pizarro aus dem Kader gestrichen.
Die Chancen der Bremer, in München etwas mitzunehmen, sind damit weiter gesunken. Immerhin: Auch Pizarro wird seine Kräfte somit für den Abstiegskampf schonen können. Selbiges gilt bekanntlich für seine Kollegen Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz, die sich am vergangenen Spieltag vorsätzlich Gelbsperren eingehandelt hatten, um bei aussichtsreicheren Partien dabei sein zu können. „Gegen die Bayern auszufallen, tut nicht so weh wie gegen einen direkten Konkurrenten“, räumte Kapitän Fritz ein.
Erstmals war die längst gängigen „Gelb-Schummeleien“ am Freitag vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gelandet. Nach 30-minütiger Verhandlung in Frankfurt/Main wurden Junuzovic und Fritz zu je 20.000 Euro Strafe verurteilt, beide kamen aber ohne zusätzliche Sperre davon.
Geldstrafe soll abschreckende Wirkung haben
„Die Strafe soll Abschreckungscharakter haben“, sagte Richter Hans E. Lorenz, „wir erhoffen uns eine Signalwirkung.“ Durch ein Geständnis seien beide „gerade noch von der Klinge gesprungen“. Nachahmer hätten jedoch mit Sperren zu rechnen. Mit dem Urteil folgte Lorenz der Forderung des DFB-Kontrollausschusses. In den Richtlinien der Europäischen Fußball-Union (Uefa) werden derartige Fälle hingegen seit 2011 mit zwei Spielen Sperre bestraft.
Junuzovic hatte vor dem Sportgericht seine im TV-Interview getätigte Aussage dementiert, dass seine provozierte Verwarnung abgesprochen gewesen sei. Angeblich hatte aber nicht erst die unbedarfte Ehrlichkeit des Österreichers zur Anklage geführt, sondern schon das plumpe Gelb-Schinden durch mehrfaches Anlaufen beim Freistoß.
Richter Lorenz erklärte zudem, dass der DFB-Kontrollausschuss im ähnlich gelagerten Fall Darmstadt 98 ermittelt habe, dabei aber keinen Vorsatz beweisen konnte. Vor dem Duell mit Bayern München im Februar hatten sich gleich fünf Darmstädter Profis Gelb eingehandelt.




