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Gelb-Schummler Junuzovic wollte sich vor Bayern drücken

Zlatko Junuzovic holte sich am Sonnabend absichtlich eine Gelbe Karte ab und gab das auch noch zu. Jetzt reagiert der DFB.

Der Österreicher bejubelte noch in der 67. Minute sein Tor zum 4:1 gegen Hannover 96. 18 Minuten später provozierte er eine Gelbe Karte

Der Österreicher bejubelte noch in der 67. Minute sein Tor zum 4:1 gegen Hannover 96. 18 Minuten später provozierte er eine Gelbe Karte

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Bremen.  Das Schummler-Gelb des Bremers Zlatko Junuzovic (28) hat ein juristisches Nachspiel. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen den Österreicher von Werder Bremen ein. Zudem wird gegen Werder-Verteidiger Clemens Fritz (35) ermittelt.

Im Spiel gegen Hannover 96 (4:1) holte sich Junuzovic durch mehrfaches Anlaufen vor einem Freistoß in der 85. Minute absichtlich seine fünfte Gelbe Karte ab und fehlt den Hanseaten nun am kommenden Wochenende im Auswärtsspiel bei Bayern München.

Fritz kassierte für einen Trikotzupfer seine zehnte Verwarnung. Spieler und Verein wurden vom DFB um eine Stellungnahme gebeten. Den Spielern droht eine Sperre für ein weiteres Spiel.

Rüge vom DFB-Interimspräsidenten, Verständnis von Ballack

Junuzovic erklärte im Gegensatz zu Fritz nach der Partie, seine Maßnahme sei abgesprochen gewesen. "Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue", äußerte der Österreicher.

„Es ist unfair, sich so zu verhalten, weil man auch die Schiedsrichter in eine schwierige Situation bringt“, sagte hingegen DFB-Interimspräsident Rainer Koch bei Sky90 und forderte von den Bundesliga-Klubs mehr Fair Play beim absichtlichen Kassieren gelber Karten: „Ich appelliere an die Verantwortlichen der Klubs, dass sie mit den Spieler sprechen, das zu unterlassen.“

Ex-Nationalspieler Michael Ballack nahm Junuzovic hingegen in Schutz. "Es ist legitim, mal ein Spiel herzuschenken, wenn man weiß, dass man ein wichtiges Heimspiel bevorsteht", sagte der langjährige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Eine differenzierte Meinung hat Thomas Schaaf: "Ob man den, der das zugibt, gegenüber den anderen bestrafen sollte, ist sicherlich sehr schwierig", sagte Hannovers Trainer im NDR Sportclub.

Fünf Darmstädter hatten Gelb provoziert

Ex-Meister-Coach Felix Magath schrieb in seiner Express-Kolumne: "Der Spieler darf nun nicht bestraft werden, weil er naiv und ehrlich ist, indem er sein Motiv dummerweise vor der Kamera ausplaudert. Aber regelkonform ist es halt. Eher sollte man einem Schiedsrichter die Möglichkeit geben, solche gewollten Verwarnungen nicht aussprechen zu müssen."

Bereits am 21. Spieltag hatte eine ähnliche Aktion Darmstädter Spieler für Aufmerksamkeit gesorgt. Da holten sich Kapitän Aytac Sulu, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch mit ein paar ebenso rüden wie unnötigen Attacken kurz vor Schluss ihre jeweils fünften Gelben Karten ab, bevor Feierabend war beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen.

Jérôme Gondorf hatte es schon vorher erwischt, so dass gleich fünf Stammspieler der „Lilien“ zum nächsten Spiel gesperrt waren. Als Gegner wartete dort – der FC Bayern München.