Werder Bremen

Frühlingsgefühle bei Herthas nächstem Gegner

Neben den Oldies Clemens Fritz und Claudio Pizarro sorgt bei Herthas Gegner Bremen besonders ein Neuer für Zuversicht im Abstiegskampf.

Bremens Neuzugang Papy Djilobodji (r.) zeigte bei seinem Bundesligadebüt gegen Schalke eine erstklassige Leistung. Der Senegalese sorgte dafür, dass S04-Stürmer Klaas Jan Huntelaar (l.) einen schweren Stand hatte

Bremens Neuzugang Papy Djilobodji (r.) zeigte bei seinem Bundesligadebüt gegen Schalke eine erstklassige Leistung. Der Senegalese sorgte dafür, dass S04-Stürmer Klaas Jan Huntelaar (l.) einen schweren Stand hatte

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images

Der gelungene Einstieg am neuen Arbeitsplatz war Papy Djilobodji nicht genug. Der Abwehrspezialist aus dem Senegal machte den Bremern gleich ein Versprechen. Die waren mit der Leistung des frisch von der britischen Insel importierten Verteidigers beim überraschenden 3:1 auf Schalke durch die Bank einverstanden.

Doch der überaus ambitionierte Afrikaner beteuerte: „Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, ich kann es noch besser.“ Und wo er schon dabei war, Ende Januar Frühlingsgefühle bei den Siegern zu entfachen, betonte Djilobodji zudem: „Werder steigt nicht ab, das kann ich versprechen.“

Das bis zum Saisonende vereinbarte Leihgeschäft mit dem FC Chelsea scheint sich für die Hanseaten also auszuzahlen. Allerdings wussten die Bremer nach dem Coup in Gelsenkirchen selbst am besten, wo für sie die Grenzen der Glückseligkeit liegen.

Kein Rücktritt vom Rücktritt bei

„Sind wir ehrlich: Hätte Schalke in der ersten Halbzeit nicht vergessen, Tore zu schießen, kann man sich ausmalen, welches Ergebnis hier herausgekommen wäre“, sagte Trainer Viktor Skripnik. „Wir kämpfen weiterhin ums Überleben.“

So sieht das auch Matchwinner Clemens Fritz. Der 35 Jahre alte Kapitän, kurz vor der Pause Schütze des wichtigen 1:1, wurde nach seinem ersten Bundesligatreffer seit dem 20. August 2011 und den zwei Torvorlagen für Claudio Pizarro, Werders anderem formstarken Altmeister, und Anthony Ujah mit Lob überschüttet.

Angreifer Pizarro, leicht melancholisch wegen Fritz‘ für Mai angekündigtem Karriereende, erklärte gar, er wolle in diesem speziellen Fall ein Überredungsmanöver starten. „Ich habe mit ihm gesprochen – keine Chance“, berichtete Skripnik dagegen.

Zweitschlechteste Defensive der Liga

„Wir wollen die dreieinhalb Monate mit ihm jetzt noch genießen“, meinte Werders Chefcoach. Frühlingsgefühle beim „Alten Fritz“ hin oder her. Noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist Laszlo Kleinheisler, Werders zweiter Winterneuzugang neben Papy Djilobodji. „Ich bin von seiner Mentalität begeistert, aber er ist natürlich nicht topfit“, sagt Skripnik über den Ungarn.

Gegen Schalke stand der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler zumindest schon mal im Kader der Bremer. Wozu die speziell auswärts fähig sind, zeigten sie bereits in der ersten Saisonhälfte, mit Auswärtssiegen in Mainz, Augsburg oder beim 4:3 im spektakulären Pokal-Achtelfinale in Gladbach.

Schwerer fiel Skripniks Kickern die Arbeit vor eigenem Publikum. Als nächstes kommt Besuch aus Berlin – von Hertha BSC. Geschäftsführer Thomas Eichin findet: „Der Sieg auf Schalke war nichts wert, wenn wir am Sonnabend gegen Hertha verlieren .“ Womit er freilich recht hatte.

In ihrer wackligen Defensive – 33 Gegentreffer, nur Stuttgart ist schlechter – haben die Norddeutschen mit dem 27-jährigen Djilobodji immerhin kurzfristig nachgebessert: Als Ersatz für Assani Lukimya, der am Dienstag wohl beim chinesischen Super-League-Klub Liaoning FC unterschreiben wird, gekommen, ging es für den Leihspieler gleich blitzschnell: Weil sich Alejandro Galvez am Donnerstag einen Bänderriss zuzog, rutschte Djilobodji direkt in die Startelf und brachte drei Tage nach seiner Ankunft in Deutschland sofort Ruhe und Stabilität in Werders Abwehr.

„Er hat das hervorragend gemacht, von der ersten Minute an Verantwortung übernommen“, meinte Werder-Anführer Fritz und verriet bei der Gelegenheit noch die Botschaft, die Viktor Skripnik seinem Team mit in den Abstiegskampf gegeben hatte: „Man sieht, was für eine Moral in dieser Mannschaft steckt. Wenn wir mutig spielen, können wir jeden Gegner schlagen – das hat uns der Trainer gesagt.“