Bundesliga

Berlin ist der neue Sehnsuchtsort von Bayern München

Thomas Müller twittert: „Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin . . . im Olympiastadion will ich noch öfter spielen“. Das Pokalfinale wird am 30. Juni ausgetragen, das Champions-League-Finale am 6. Juni.

Foto: Laurence Griffiths / Bongarts/Getty Images

Zweimal war Pep Guardiola mit dem FC Bayern in der Hauptstadt – und beide Male kehrte der Spanier mit einer Trophäe nach München zurück. Das 3:1 am 25. März gegen Hertha BSC machte den frühesten Titelgewinn der Bundesliga-Historie perfekt. Und am 17. Mai konnten die Bayern nach einem dramatischen 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund eine Ehrenrunde mit dem DFB-Pokal drehen.

Diesmal gibt es (noch) nichts zu holen, leichtsinnig wird Guardiola deswegen aber nicht. „Langeweile? In der Bundesliga? Nein! Warum?“, wehrte er die Frage nach Bayerns Überlegenheit ab. Die Seinen haben bei Manchester City gerade die erste Saisonpleite kassiert, im 19. Spiel. Und zwei Niederlagen in Folge soll es unter ihm auch weiter nie geben.

Guardiola warnt vor Hertha

Gegen Hertha werden am Sonnabend wohl die in der Königsklasse geschonten Thomas Müller und Mario Götze in die Startelf zurückkehren. „Die Spieler waren müde“, berichtete Guardiola am Freitag über die Nachwirkungen von Manchester. Zudem erwartet er einen sehr physischen Gegner. „Hertha ist eine sehr intensive Mannschaft, sehr aggressiv.“

Die Berliner gehen die Herkulesaufgabe gegen den Branchenprimus mit dem Personal an, das zuletzt in Köln den ersten Auswärtssieg seit neun Monaten einheimste. Im Training ließ Jos Luhukay die Elf des vergangenen Spieltags üben. Dass der Hertha-Coach gegen den Münchner Angriffswirbel auf zusätzliches Defensivpersonal setzt und wie zu Saisonbeginn in Leverkusen mit einer Fünfer-Abwehrkette spielen lässt, scheint jedoch ebenfalls denkbar.

Rekordumsatz von 528 Millionen Euro

Karl-Heinz Rummenigge dürfte es reichlich egal sein, wie Hertha dem Rekordmeister zu trotzen gedenkt. Der Bayern-Präsident hat pünktlich zur Mitgliederversammlung am Freitag die Marschroute für die kommenden Jahre ausgegeben. Sein Wunsch: Die Abstände zwischen den Champions-League-Titeln mögen sich künftig doch ein wenig verkürzen. Tatsächlich hatten sich die Münchner vor dem Triumph von 2001 ganze 25 Jahre gedulden müssen. Bis zum nächsten Titel in der Königsklasse gingen zwölf Jahre ins Land.

Angesichts des nun verkündeten Rekord-Umsatzes von 528 Millionen Euro scheint Rummenigges Vision realistisch (Zum Vergleich: Hertha-Umsatz in 2013/14 lag bei 104 Mio. Euro). Weil die Bayern mehr Trikots verkaufen als der Rest der Liga zusammen, und sich mit der Allianz ein weiterer strategischer Partner einkaufte, ist die Münchner Arena bereits nach zehn, statt nach geplanten 25 Jahren abbezahlt.

Die Bayern bezahlen 215 Millionen Euro für ihr Personal

Heißt: Sportvorstand Matthias Sammer kann auf dem Transfermarkt noch mehr Geld ausgeben als ohnehin schon (Gesamtpersonalkosten der vergangenen Saison: 215 Mio. Euro/Hertha: 39,9).

Vorerst müssen die Götzes und Müllers reichen. Letzterer macht aus seiner Vorfreude kein Geheimnis. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, twitterte der Weltmeister, „im Olympiastadion will ich diese Saison noch öfter spielen.“ Im Pokal-Endspiel (30. Ma 2015), versteht sich. Und natürlich im Finale der Champions League (6. Juni 2015).