Champions League

Lehmann verspottet ManCity – Auch ManU raus

Manchester United scheitert sensationell am FC Basel. Und Lokalrivale ManCity muss nach dem Abstieg in die Europa League Jens Lehmanns Spott ertragen.

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Beide Klubs aus Manchester sind sensationell aus der Champions League ausgeschieden. United verlor das Gruppen-Endspiel beim FC Basel am Mittwochabend mit 1:2 (0:1), Millionenklub Manchester City wird ebenfalls trotz des 2:0-Siegs gegen Bayern München als Dritter in die Europa League herabgestuft. Der SSC Neapel verteidigte seinen zweiten Platz durch einen 2:0 (0:0)-Sieg beim FC Villarreal und schaffte ebenso wie Olympique Lyon den Achtelfinal-Einzug.

Ein kleines Wunder schaffte dabei Lyon, das gegen dezimierte Kroaten von Dinamo Zagreb einen 7:1 (1:1)-Kantersieg herausschoss. Weil Ajax Amsterdam gegen Real Madrids B-Team 0:3 (0:2) verlor, fingen die Franzosen die Niederländer dank des besseren Torverhältnisses noch ab.

In der Gruppe B folgte ZSKA Moskau den Italienern von Inter Mailand ins Achtelfinale. Die Franzosen vom OSC Lille spielten gegen Trabzonspor nur 0:0, während die Russen bei Inter zu einem 2:1 (0:0)-Sieg kamen. Die bereits qualifizierten Portugiesen von Benfica Lissabon machten mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen Otelul Galati aus Rumänien den Gruppensieg klar.

Streller schockt United

Im Basler St. Jakob-Park besorgte der Ex-Stuttgarter Marco Streller in der 9. Minute mit einem Volley-Aufsetzer die sensationelle Führung für den krassen Außenseiter. United stürmte, aber Basel blieb gefährlich. Mit Markus Steinhöfer hätte dann fast ein weiterer Ex-Bundesligaspieler den Ausgleich besorgt, doch er traf – zum Glück für die Basler – nur die Latte des eigenen Tores (61.). Alexander Frei köpfte in der 84. Minute die Entscheidung und verzückte die Schweizer Fans vollends. Phil Jones machte die Partie mit seinem Kopfballtor (89.) noch einmal spannend.

Beim abgeschlagenen FC Villarreal taten sich die Napoli-Spieler sehr schwer, das nötige Tor zu erzielen. In der 62. Minute hätten die Spanier beinahe mit einem Eigentor geholfen. Dann war es soweit: Gökhan Inler erlöste mit seinem trockenen Linksschuss die mitgereisten Tifosi (65.). Marek Hamsik stocherte den Ball nach einer Ecke zum beruhigenden 2:0 für die Neapolitaner über die Linie (76.).

"Sky"-Experte Jens Lehmann verspottete Manchester City: „Sie spielen sehr, sehr langweilig. Sie schläfern den Gegner ein, sie haben nur Ballbesitz. Aber um ehrlich zu sein, das ist taktisch nicht sonderlich anspruchsvoll. Was die hier spielen, spielt jede Freizeit-Mannschaft, nur nicht auf so einem guten Rasen. Die stellen sich hinten hin, haben fünf gegen zwei Überzahl und schieben sich die Bälle hin und her. Das Tor resultiert aus einem glücklichen Umstand.“

Und auch die Stimmung begeisterte ihn nicht: „Was man im Stadion erlebt, das ist leblos, tot. Die Fans sind ganz ruhig. Man muss aber auch sagen, sie haben gar nichts, um die Mannschaft anzufeuern. Die hat dauernd Ballbesitz, aber meistens in der eigenen Hälfte, da passiert nichts." Das sei schade, denn das sei kein typisch englischer Fußball. "Neapel hat Herz und Leidenschaft, die haben mir gefallen. Gut, dass die weiter sind. Manchester City wollen wir in der Champions League nicht sehen.“

Mourinho schont seine Stars

Real-Coach Jose Mourinho schonte seine Stars, darunter auch Mesut Özil und Sami Khedira, dafür bekam Nuri Sahin die Chance von Anfang an. Jose Callejon traf nach Steilpass frei zur Führung (14.). Ajax hatte viel Pech, dass Referee Sousa den Ausgleich gleich zweimal zu Unrecht nicht anerkannte. Damit nicht genug: Auf der Gegenseite traf Gonzalo Higuain nach einem Traumpass zum mehr als schmeichelhaften 2:0, Callejon erzielte in der Nachspielzeit das dritte Tor für die Madrilenen.

Am Ende jubelte stattdessen doch noch Lyon. Dinamo Zagreb schaffte nach dem frühen Platzverweis gegen Jerko Leko (Gelb-Rot, 28.) im Stadion Maksimir dennoch durch Mateo Kovacics Abstauber das 1:0 für die Gastgeber (40.), doch Bafetimbi Gomis gelang noch vor dem Pausenpfiff der Ausgleich. Kurz nach dem Wechsel machte die Schießbude des Wettbewerbs ihrem Namen alle Ehre: Nach Toren im Minutentakt von Maxime Gonalons und zwei weiteren von Gomis stand es plötzlich 4:1. Nach 70 Minuten hatten Joker Lisandro Lopez und Gomis zum vierten Lyon beim Zwischenstand von 6:1 an Ajax vorbeigeschossen. Jimmy Briand machte den rauschenden Sieg perfekt.

Zagreb entlässt sofort den Trainer

Dinamo Zagreb reagierte sofort und trennte sich von seinem Trainer Krunoslav Jurcic. Dies sagte Zdravko Mamic, der Präsident des kroatischen Fußball-Meisters, in der Nacht zum Donnerstag lokalen Medien. Nach der höchsten Heimniederlage in seiner Europacup-Geschichte schloss Dinamo die Gruppe D als Letzter ohne Punktgewinn und mit 3:22 Toren ab.

In Mailand brachte Seydou Doumbia sein Team von ZSKA fünf Minuten nach dem Seitenwechsel in Führung – doch Esteban Cambiasso fand mit seinem Abstauber nach einer Ecke die rasche Antwort. Wasili Berezutzki schoss das 2:1 für sein Team. Weil Lille gegen die Trabzonspor kein Tor gelingen wollte, reichte das Resultat für die Moskauer.