Champions League

Nikosia schafft das Wunder – Gruppensieg für Barca

Als erstes Team aus Zypern hat Apoel Nikosia das Achtelfinale der Champions League erreicht. Beim Spiel Mailand gegen Barcelona unterlief einem alten Bekannten ein Eigentor.

Titelverteidiger FC Barcelona hat in der Champions League den vorzeitigen Gruppensieg geschafft. Am Mittwochabend gewannen die Katalanen das Spitzenspiel der Gruppe H beim AC Mailand mit 3:2 (2:1). Das zyprische Überraschungsteam APOEL Nikosia hatte zuvor mit einem 0:0-Unentschieden bei Zenit St. Petersburg bereits sensationell das Achtelfinale perfekt gemacht.

In der Leverkusener Gruppe E schoss Roberto Soldado mit seinem Hattrick den FC Valencia zu einem 7:0 (4:0) gegen KRC Genk. Die Spanier wahrten damit vor dem letzten Spiel ihre Chancen, sich nach Bayer ebenfalls zu qualifizieren. Dortmunds Gegner Olympique Marseille verlor überraschend mit 0:1 (0:0) zuhause gegen Olympiakos Piräus und sorgte damit dafür, dass die Dortmunder im letzten Spiel gegen die Franzosen doch noch eine kleine Chance auf die K.o.-Runde haben. Der FC Arsenal steht nach dem Sieg gegen den BVB als Gruppensieger fest.

Europa-League-Sieger FC Porto kann Nikosia nach dem 2:0 (0:0)-Sieg bei Schachtjor Donezk durch einen Treffer von Hulk (79.) und ein Eigentor von Razvan Rat (90.) ins Achtelfinale folgen, muss dazu aber in zwei Wochen St. Petersburg schlagen. Im zweiten Spiel der Barcelona-Gruppe schob sich Viktoria Pilsen durch einen 1:0 (1:0)-Sieg bei BATE Borissow auf den dritten Platz vor und hat damit den „Trostpreis“ Europa League so gut wie sicher.

In Mailand lenkte zunächst Ex-Bayer Mark van Bommel eine Hereingabe von Seydou Keita über die eigene Torlinie (14.), doch schon sechs Minuten später glich Zlatan Ibrahimovic eiskalt zum 1:1 aus. Vor dem 2:1 der Gäste entschied Referee Wolfgang Stark etwas zweifelhaft auf Elfmeter, nachdem Xavi gegen Alberto Aquilani zu Boden gegangen war. Lionel Messi traf auch im zweiten Versuch, nachdem er zuvor irregulär verzögert hatte (31.). In der 54. folgte dann der große Auftritt des Kevin-Prince Boateng: Eine Kopfballablage legte er mit der Hacke an Eric Abidal vorbei und schloss wuchtig ins kurze Eck ab. Doch Messi konterte mit einem zentimetergenauen Pass zu Xavi, der zum 3:2 vollendete.

Valencia erwischte gegen Genk einen perfekten Start und setzte sich durch den Kopfballtreffer des Brasilianers Jonas (10.) und das Kontertor von Roberto Soldado (13.) deutlich ab. Noch vor der Pause wurde das Ergebnis richtig deutlich, weil Soldado den Hattrick binnen drei Minuten perfekt machte (36., 39.). Pablo Hernandez (68.), Aduriz (70.) und Tino Costa (81.) vervollständigten das Debakel für die Belgier.

Nachdem Marseille in der ersten Hälfte noch mehr vom Spiel hatte, schockte Giannis Fetfatzidis (82.) die Franzosen mit seinem Tor in der Schlussphase. Piräus schob sich damit auf Rang drei der Gruppe vor. Zyperns Fußball feierte derweil seinen größten Erfolg. Nikosias Trainer Ivan Jovanovic war nach dem Sensations-Coup seines Teams euphorisiert: „Ich bin im Moment der glücklichste Mensch der Welt. Wir haben etwas erreicht, wovon wir vor drei Monaten nicht mal träumen durften“, sagte er. Dabei hatte der deutsche Schiedsrichter Felix Brych die Partie in St. Petersburg beinahe abbrechen müssen, weil Zenit-Fans Pyrotechnik abbrannten.

Zenit war 90 Minuten lang überlegen, verpasste aber einen Treffer. Am nächsten kam ihm Aleksandr Bukharow mit seinem Lattenkopfball und anschließendem Nachschuss (60.) – in der 74. Minute klärten dann die APOEL-Verteidiger gleich zweimal für Keeper Urko Pardo auf der Linie. Am Ende lagen sich die APOEL-Spieler in den Armen.