2. Fussball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorfs Fans feiern schon den Aufstieg

Trotz der überzeugenden Hinrunde inklusive Punkterekord bleiben die Spieler von Zweitliga-Herbstmeister Fortuna Düsseldorf auf dem Boden.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Als Fortuna Düsseldorf die Herbstmeisterschaft und den Hinrunden-Rekord perfekt gemacht hatte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Ausgelassen wie die Kinder feierten die Profis des einstigen Fußball-Sorgenkindes mit ihren glückseligen Fans das 2:0 (0:0) im „Straßenbahnderby“ der 2. Liga beim MSV Duisburg und die Ankunft am ersten Etappenziel ihrer wundersamen Reise in Richtung Aufstieg.

„Das war die Krönung der Hinrunde“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth, während Torjäger Maximilian Beister stolz von „meiner ersten Meisterschaft überhaupt“ sprach.

Mit 41 Zählern thront die Fortuna souverän an der Spitze der Tabelle und sammelte damit mehr Punkte als jeder andere Herbstmeister seit Einführung der Drei-Punkte-Regeln. Noch wichtiger als jeder Blick in die Statistik ist für die Fortuna, dass der Vorsprung auf die drittplatzierte SpVgg Greuther Fürth bereits fünf Zähler beträgt.



„Die Herbstmeisterschaft ist mir eigentlich egal, aber die 41 Punkte nicht!“, sagte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz. Auf diesem Erfolg dürfe man sich nicht ausruhen, warnte U21-Nationalspieler Beister, der mit 19 Punkten die Scorerwertung der 2. Liga anführt.

Als warnendes Beispiel dürfte der FSV Mainz 05 gelten, der trotz 39 Punkten nach der Hinrunde der Saison 2001/02 den Aufstieg verpasst hatte. „Wir müssen jetzt die Kräfte sammeln und uns auf das Spiel gegen Bochum vorbereiten“, sagte Beister mit Blick auf den Rückrunden-Start.


"Wir schmeißen Dortmund raus"

Die Fans der Düsseldorfer sind da gedanklich schon einen Schritt weiter, sie schrien quasi die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus nach dem Abstieg 1997. „Wir steigen wieder auf und schmeißen Dortmund raus“, sangen die 7000 mitgereisten Fans. Der Pokalkracher gegen den deutschen Meister steigt am 20. Dezember. Dann können die Düsseldorfer schon einmal für die Bundesliga proben.

Der Sieg der Gäste war verdient, wenn auch nicht ganz unumstritten. Nach einem Foul von Jürgen Gjasula an Beister hatte Jens Langeneke in einer packenden Partie vor 23.117 Zuschauer die Düsseldorfer mit seinem siebten verwandelten Elfmeter in der 57. Minute in Führung geschossen. Als „spielentscheidend“ bezeichnete MSV-Trainer Oliver Reck den Strafstoß, mit dem er nicht ganz einverstanden war. Für den 46-Jährigen war es die erste Niederlage in seiner Funktion als Cheftrainer an der Wedau. Nur zwei Minuten nach der Führung stellte Sascha Rösler mit seinem zehnten Saisontor den Entstand her.

Im März hatten die Zebras der Fortuna die bis dato letzte Niederlage beigebracht. Seither ist der Traditionsklub in 26 Pflichspielen unbesiegt. Vor heimischer Kulisse ist die Fortuna seit September 2010 und 21 Ligaspielen ohne Niederlage. Gegen den MSV war das Spiel nach Röslers Kunstschuss ins Eck gelaufen. „Danach haben wir es gut zu Ende gespielt und kaum noch etwas zugelassen“, sagte Meier.

Wie überhaupt in der kompletten Hinrunde. In 17 Spielen kassierte die Fortuna nur 16 Gegentreffer. „Düsseldorf steht zu Recht ganz oben“, sagte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic. Auch Reck zollte der Leistung der Gäste Respekt. „Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft und zur tollen Serie, an der Norbert Meier großen Anteil hat“, sagte der Europameister von 1996. Gemeinsam mit Meier hatte er als Spieler von Werder Bremen 1988 die deutsche Meisterschaft gewonnen.