Werbekampagne

Wie Deutschlands WM-Titel in Singapur zum PR-Desaster wird

Peinlich, peinlich: Ein Werbespot gegen Wettsucht setzte in Singapur auf eine Niederlage der Deutschen. Ausgerechnet. Die Menschen in den sozialen Netzwerken hatten ihren Spaß mit „Andy“.

Foto: NCPG

Offenbar hat nicht jeder damit gerechnet, dass Deutschland Fußball-Weltmeister 2014 wird. In Singapur ging das sogar soweit, dass ein Werbespot gegen Wettsucht zum Werbespott wurde - bloß, weil Deutschland partout nicht verlieren wollte.

In dem Spot sagte ein verzweifelter Junge namens Andy traurig, sein Vater habe das ganze Ersparte auf einen Sieg Deutschlands gesetzt. Der Spot sollte zeigen, wie Familien durch Wettsucht verarmen können. So weit, so gut. Nur: Der Spot lief ausgerechnet in der Halbzeitpause des WM-Halbfinales. Wir erinnern uns: Deutschland spielte gegen Brasilien und führte zu dem Zeitpunk 5:0, gewann am Schluss 7:1. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich schnell ein Shitstorm. „Väter wissen es eben immer am besten“, hieß es höhnisch..

Damit nicht genug. Die zuständige Behörde NCPG (National Council on Problem Gambling) versuchte zu retten, was zu retten war und drehte einen neuen Spot, der am Montag ausgestrahlt wurde, einen Tag nach dem WM-Sieg der Deutschen. Ein Freund fragt Andy, ob er das Ersparte nun zurückbekommen habe. „Nein“, sagt Andy traurig. „Papa will weiter alles aufs Spiel setzen.“ Gleich kamen im Internet neue Parodien auf, wo Andy etwa hinzufügt: „Aber dieses Mal habe ich auch meine Schwester überzeugt, Papa ihr Geld zu geben.“

Noch schlimmer: Der Billigflieger Scoot stürzte sich auch auf „Andy“. In einer Anzeigenkampagne sagt Andy dort: „Deutschland hat gewonnen. Jetzt bucht mein Papa für alle Urlaub mit Scoot.“