Ein wenig gleicht die Situation der bekannten Ruhe vor dem Sturm. Denn für die Füchse Berlin steht derzeit einiges auf dem Spiel. Jeder Punktverlust in der Handball-Bundesliga könnte im Kampf um die Champions-League-Qualifikation zu einem Rückschlag führen.
Das Duell um den zweiten Tabellenplatz hinter dem dominanten SC Magdeburg, der zur direkten Teilnahme berechtigt, sorgt deswegen für Spannung. Ausgetragen zwischen der SG Flensburg-Handewitt auf Platz zwei und den Füchsen auf dem dritten Rang.
Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann zeigte sich zwar optimistisch, dass die höchste deutsche Spielklasse ab der Saison 2026/27 einen dritten Startplatz erhalten könnte. Hintergrund ist die Entscheidung der Europäischen Handballföderation (EHF), die Königsklasse von 16 auf 24 Teams zu erweitern. Doch ist eine endgültige Entscheidung ungewiss.
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Füchse Berlin ohne Titelhoffnung in der Liga – Magdeburg uneinholbar
An der Tabellenspitze dreht der SCM einsam seine Kreise. Mit nur einer Niederlage aus 24 Spielen scheinen die Männer aus Sachsen-Anhalt uneinholbar. Ein Zeitraum, in dem Flensburg bislang dreimal als Verlierer vom Feld gehen musste. Und die Berliner schon fünfmal. Der Meistertitel ist für die Füchse abgeschrieben.
„Wir sind keine Fantasten“, hatte Geschäftsführer Bob Hanning nach dem 35:28-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen vor rund einer Woche klar eingeordnet. Eine Aussage, mit der der 58-Jährige wohl auch den hartnäckigsten Optimisten das letzte Fünkchen Hoffnung nahm, dass ein Wunder möglich sei.
Turbulente Saison: Zwischen sportlichen Rückschlägen und dem Personalkarussell
Doch so sehr Magdeburg in dieser Spielzeit auch glänzen mag, haben sich auch die Füchse respektabel präsentiert. Nach der Entlassung von Trainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar im September war die Mannschaft zunächst sportlich ins Wanken geraten. Nach einer deutlichen Niederlage gegen den SCM vor heimischem Publikum kassierte das Team unmittelbar darauf eine weitere Pleite beim VfL Gummersbach.
Unter der Führung von Neu-Trainer Nicolej Krickau gelang es dem Team binnen weniger Wochen dennoch, sich zu stabilisieren. Erst am vergangenen Donnerstag krönte das Team die eigene Leistung mit dem vorzeitigen Gruppensieg in der Champions League. Dank eines 35:31-Auswärtserfolges gegen den dänischen Meister Aalborg Handbold. Der Wettbewerb, in dem die Berliner am Donnerstag in der Max-Schmeling-Halle zum abschließenden Gruppenspiel auf den HBC Nantes aus Frankreich treffen (20:45 Uhr, DYN und DAZN).
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Kein Schonen: Das Team muss im Rhythmus bleiben
Weil den Füchsen der Spitzenplatz in der Königsklasse nicht mehr zu nehmen ist, selbst im Falle einer Niederlage, könnten Leistungsträger geschont werden. Mit Vorausblick auf entscheidende Spiele in der Liga.
Trainer Krickau lehnte diesen Gedanken zu Wochenbeginn ab: „Das werden wir nicht machen“, stellte der Däne klar. Da die Mannschaft am vergangenen Wochenende spielfrei hatte, wären „zehn Tage ohne Rhythmus“ zu lang, erklärte der 39-Jährige. Deshalb wird er auch in dieser Partie auf seine Hauptakteure setzen.

Für die sei das Spiel gegen Nantes auch eine Gelegenheit, „in der Spur zu bleiben“. Hinter dem Einsatz von zwei oder drei Profis stünden allerdings „Fragezeichen“, wie Krickau formulierte. Damit meinte er Hakun West av Teigum und Nils Lichtlein, die beide nicht im Vollbesitz ihrer Leistungsstärke sind. Sollte einer von ihnen tatsächlich nicht auflaufen, betonte der Cheftrainer, handele es sich aber nur um Vorsichtsmaßnahmen.
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Fokus auf das Wesentliche und keine Ablenkung durch Gerüchte von außen
Die Füchse sind demnach personell gut aufgestellt. Gleichzeitig herrscht weder übermäßiger Druck, noch lässt sich die Mannschaft von Gerüchten beirren.
So ist es auch bei Spekulationen über ein angebliches Tauschgeschäft mit Flensburg. Demnach müsste Spielmacher Tobias Gröndahl die Füchse verlassen, damit Simon Pytlick bereits ein Jahr früher als geplant, im Sommer 2026, in die Hauptstadt wechselt. Krickau reagierte nur mit einem Kopfschütteln.
„Es scheint heutzutage erlaubt zu sein, alles zu schreiben – unabhängig davon, ob mit Blick auf die Wahrheit oder nicht“, reagierte der Trainer auf die Berichterstattung des Online-Portals „RTHandball“.
Es scheint heutzutage erlaubt zu sein, alles zu schreiben – unabhängig davon, ob mit Blick auf die Wahrheit oder nicht.
Nicolej Krickau, Trainer und Sportvorstand der Füchse Berlin
Bei den Füchsen Berlin gilt: Verlieren verboten
Kurzum: Bei den Füchsen liegt der Fokus auf dem Sportlichen. Alles andere blendet die Mannschaft gekonnt aus. Denn für die Liga steht fest, dass Ausrutscher das Aus im Rennen um die erneute direkte Champions-League-Qualifikation bedeuten könnten.
„Im Moment ist verlieren tatsächlich verboten“, hatte Bob Hanning nach dem Sieg über die Löwen deutlich gemacht. Die Zähler, die eine Mannschaft in einer Spielzeit hergeben kann, ohne ihre Ziele zu gefährden – Hanning nannte sie „Bonuspunkte“ – seien weg.






