Füchse-Torwart Lasse Ludwig passt den Ball über das Feld in Richtung Mathias Gidsel. Der Däne greift das Spielgerät. Unter Bedrängnis und während der 26-Jährige bereits abgesprungen war, wirft er den Ball ins Tornetz hinter Lemgos Schlussmann Constantin Möstl. Ein Tor der Kategorie „Das schafft nur ein Welthandballer“ in der 15. Minute zum zwischenzeitlichen 7:7.

Es half nichts. Die Füchse Berlin verloren am 14. Spieltag der Handball-Bundesliga gegen den TBV Lemgo Lippe mit 33:34 (14:16). 8201 Zuschauern erlebten einen enttäuschenden Sonntagsnachmittag in der Max-Schmeling-Halle. Die Ostwestfalen, das Überraschungsteam der Saison, erwiesen sich auch in Berlin als gnadenloser Gegner. Den Füchsen fehlte es vor allem an Geduld und Effektivität. „Ich glaube, es ist ganz einfach: Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, bilanzierte Füchse-Kapitän Max Darj.

Füchse Berlin unterliegen Lemgo und verabschieden sich aus dem Titelrennen

Mit dem Sieg zogen die Gäste an den Berlinern vorbei und stehen nun auf Tabellenplatz vier. Die Füchse hingegen stehen mit einer Punkteausbeute von 20:8 auf Platz fünf. Damit dürfte sich der Titelverteidiger endgültig aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet haben. Geschäftsführer Bob Hanning bestätigte das unmissverständlich: „Das Titelrennen ist erledigt – endgültig.“ Der SC Magdeburg grüßt mit einem absolvierten Spiel weniger und nur einem Minuspunkt (25:1) fast unerreichbar von ganz oben.

Grund genug für die Berliner, ihre Transferambitionen früh voranzutreiben. Neben der bereits beschlossenen Verpflichtung von Simon Pytlick im Sommer 2027 wird der deutsche Meister auch mit dem französischen Weltstar Dika Mem vom FC Barcelona in Verbindung gebracht.

Flensburg verliert einen Superstar und Berlin gewinnt einen Jugendfreund von Mathias Gidsel. Der Wechsel des Dänen Simon Pytlick in die Hauptstadt ist perfekt.
Flensburg verliert einen Superstar und Berlin gewinnt einen Jugendfreund von Mathias Gidsel. Der Wechsel des Dänen Simon Pytlick in die Hauptstadt ist perfekt.© picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner

Transfers als klare Ansage an die Konkurrenz

Der 28-jährige Dika Mem besuchte Anfang September das Trainingszentrum der Berliner, wo Geschäftsführer Hanning und Trainer Nicolej Krickau dem Rückraumspieler die langfristigen Ambitionen des Klubs präsentierten. Mem trägt seit Jahren die Kapitänsbinde in Barcelona und genießt dort Legenden-Status nach über einem Jahrzehnt im Verein.

Die Lage rund um den möglichen Wechsel ist aber diffus. Während einige Berichte suggerieren, dass eine Einigung erzielt wurde, deuten andere darauf hin, dass der Linkshänder sich noch nicht entschieden hat. Gleichzeitig gibt es Anzeichen, wonach Mem seinen Vertrag in Katalonien zu verbesserten Bedingungen verlängert haben soll. Hanning wollte sich zu der Causa Dika Mem nicht äußern.

Ein historisches Rückraum-Trio für Berlin?

Sollte der Transfer zustande kommen, würde Berlin ein beispielloses Rückraum-Trio zusammenstellen: Pytlick auf links, Gidsel in der Mitte und Mem auf rechts. Eine solche Konstellation hätte in dieser Form kaum Vergleichbares in der Handballlandschaft und könnte die Bundesliga wie auch die internationalen Wettbewerbe prägen.

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Dass Pytlick und Gidsel harmonieren werden, steht außer Frage. Die beiden sind Freunde und spielten in der Jugend beim dänischen Klub GOG Handbold. Dort bildeten sie zusammen eine starke Rückraum-Zange. Gidsel wechselte 2022 nach Berlin, Pytlick folgte ein Jahr später nach Flensburg. Im Nationalteam feiern sie seit Jahren gemeinsam Erfolge – zuletzt holten sie Olympia-Gold und den WM-Titel.

Große Namen für große Titel: Berlin bereitet sich vor

Mit dem Transfer lösen die Berliner ein Versprechen ein, das sie ihrem zweimaligen Welthandballer Gidsel bei dessen Vertragsverlängerung im Februar gegeben hatten: Das Team soll mit weiteren Starspielern verstärkt werden, um die Titelsammlung auszubauen. Und damit solche Fauxpas wie am Sonntag gegen Lemgo nicht mehr vorkommen.

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