Bob Hanning legte Tim Freihöfer in den Katakomben der Max-Schmeling-Halle von hinten beide Arme auf die Schultern. „Mein Goalgetter“, raunte der Geschäftsführer der Füchse Berlin zu Freihöfer, der fröhlich lachend reagierte. Neun Tore hatte der Linksaußen beim 35:28 (16:11) gegen die Rhein-Neckar Löwen beigesteuert. Es war ein großer Sieg, der mit den 9000 Zuschauern in der ausverkauften Halle gebührend gefeiert wurde.
„Ich kenne die Tabelle gar nicht“, sagte Top-Torschütze Freihöfer nach der Partie selbst. Doch noch viel größer wird der Sieg zweifelsohne mit einem Blick auf die Tabelle. Die Füchse rücken durch den Erfolg wieder auf Platz zwei, der sicher die erneute Qualifikation für die Champions League bedeuten würde. Zwar liegt das auch daran, dass Konkurrent SG Flensburg-Handewitt noch ein Spiel weniger hat. Aber das Momentum im Kampf um die Königsklasse ist gerade klar aufseiten der Berliner.
Füchse Berlin 2026 in der Bundesliga noch ungeschlagen
Die Füchse sind das einzige Team der Top fünf, das 2026 in der Bundesliga noch nicht verloren hat. Diesen Sonnabend hatte nämlich auch der THW Kiel mit einer überraschend deutlichen 26:34-Pleite gegen den VfL Gummersbach gepatzt.
Dass solch eine Gefahr für die Berliner gegen die Löwen, den bisher stärksten Gegner des neuen Kalenderjahres, nie aufkam, lag an einer ausgewogenen Angriffsleistung. Natürlich steuerte Mathias Gidsel sieben Treffer bei. Der Welthandballer leistete sich aber auch ungewohnte Fehler: So warf er zum Beispiel einen Tempogegenstoß knapp einen Meter übers Tor.
Gute Teamleistung hilft den Füchsen
Das machte aber nichts, weil auch der Rest des Kaders jederzeit in die Bresche springen konnte. Matthes Langhoff etwa erzielte im ersten Durchgang drei blitzsaubere Füchse-Treffer hintereinander. Lasse Andersson fühlte sich schon vor der Pause bemüßigt, sich in die Torschützenliste einzutragen. Und auch die Außen Freihöfer und Hakun West av Teigum hatten eine gute Bindung zum Spiel und steuerten wichtige Treffer bei. Hinzu kam eine gute Torwartleistung (14 Paraden) des gegen Kielce noch unglücklichen Dejan Milosavljev.
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Im zweiten Durchgang wurde es nochmal knapp, weil die Füchse mit dem siebten Feldspieler der Löwen nicht zurecht kamen. Die Gäste kamen bis zum 26:24 (49. Minute) heran. Den Berliner Sieg konnten sie aber nicht mehr in Gefahr bringen.
„Wir waren sehr zufrieden mit vielen Sachen“, bilanzierte Coach Nicolej Krickau. „Aber ab jetzt wird es nur noch schwieriger in der HBL.“ Denn, auch das gehört zur Wahrheit im Rennen um die Königsklasse: Die Top-Gegner in der Rückrunde warten noch auf die Berliner.



