Es dauert nicht lange, bis die Frage gestellt wird, die sich nach diesem Sommer förmlich aufdrängt. Mit Weltklasse-Torwart Dejan Milosavljev und Lasse Andersson haben zwei namhafte Spieler die Füchse Berlin verlassen. Andersson, Welt- und Europameister, ist in seine dänische Heimat zurückgekehrt – und war eine tragende Säule des Handball-Bundesligisten. Einen Ersatz auf seinem Niveau haben die Hauptstädter nicht geholt.
Also: Was soll in dieser Spielzeit passieren? Geht es wieder um die großen Titel? Oder überbrücken die Füchse nur die Zeit, bis im Sommer 2027 die längst fixierten Transfers des Dänen Simon Pytlick (SG Flensburg-Handewitt) und des französischen Weltstars Dika Mem (FC Barcelona) in Berlin aufschlagen? Kurz: Handelt es sich um eine „Übergangssaison“?
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Es gibt keine Zweifel an den Ambitionen
„Dieses Wort macht mich aggressiv“, sagt Bob Hanning. Gemeint ist genau dieses eine: Übergangssaison. „Das ist das einzige Wort, das ich in diesem Jahr nicht hören will.“ Der Geschäftsführer der Füchse sitzt neben Trainer Nicolej Krickau am Tisch, auf einer Bürofläche über den Dächern Berlins, unweit des Hauptbahnhofs. Geladen ist zur Saisoneröffnungsrunde.
Als Hanning spricht, beugt sich der 58-Jährige aus der Stuhllehne nach vorn. Um zu antworten, bittet er Krickau sogar, ihm den Vortritt zu lassen – so wichtig ist ihm dieser Punkt. Er möchte jeden Zweifel an den Ambitionen ausräumen.

Damit ist die Richtung vorgegeben. Die Füchse gehen ohne weitere Verstärkung in die neue Saison. „Natürlich schauen wir weiter auf den Markt. Aber wir handeln nur, wenn wir einen Spieler finden, der für die Füchse eine Verbesserung ist“, ergänzt Krickau.
Füchse Berlin: Langhoff soll die Lücke schließen
Und wie sieht der Plan aus? Die Lücke soll Nationalspieler Matthes Langhoff füllen, der bisher vor allem in der Abwehr zum Einsatz kam. „Wir erwarten, dass er nicht nur einer der besten Abwehrspieler der Welt ist, sondern auch ein starker Rückraumlinker wird“, sagt Hanning – und legt nach: „Die Saison für Matthes ist die Saison seines Lebens.“ Auch Rückkehrer Frederik Simak vom TBV Lemgo Lippe kann auf dieser Position spielen.
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Statt einen Star zu holen, setzen die Füchse auf Entwicklung. Das machen Hanning und Krickau gleichermaßen deutlich. „Wir glauben an den Prozess. Wir haben schon letzte Saison gezeigt, dass wir uns weiterentwickeln können“, sagt Krickau. Neben Langhoff soll auch der norwegische Spielmacher Tobias Gröndahl mehr Verantwortung übernehmen. Das ist nötig: Weil Nationalspieler Nils Lichtlein nach seiner Fuß-Operation voraussichtlich bis Oktober ausfällt, ist Gröndahl derzeit der einzige Mittelmann im Kader.
Entscheidend ist unser Alltag. Der entscheidet, wie viel wir später von Titeln träumen dürfen.
Nicolej Krickau, Cheftrainer und Sportlicher Leiter der Füchse Berlin
Und Routinier Fabian Wiede (32) muss sich nach seinem Kreuzbandriss erst wieder herantasten. Zum Saisonstart soll er dabei sein. „Aber nach zehn Monaten ohne Handball ist das natürlich nicht so einfach“, dämpft Krickau die Erwartungen.
Ein Auftaktprogramm, das es in sich hat
Die Füchse starten mit Handicap – und mit einem Programm, das kaum härter sein könnte. „Der Auftakt wird brutal“, sagt Krickau. Nach dem Supercup am 22. August gegen den SC Magdeburg treffen die Berliner an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen auf Melsungen, Magdeburg, Stuttgart und Gummersbach.
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Vielleicht bleibt der Verein auch deshalb beim Saisonziel bewusst vage. „Es macht jetzt gar keinen Sinn, irgendwas zu sagen. Wir müssen erst einmal gucken, wie sich das entwickelt“, sagt Hanning. Krickau bekräftigt: „Es macht wenig Sinn, jetzt Tabellenziele auszurufen. Entscheidend ist unser Alltag. Der entscheidet, wie viel wir später von Titeln träumen dürfen.“
Mit ImmoScout24 und Holy zwei neue Partner auf der Brust
Einen Zugang gibt es dann aber doch – und er erklärt auch den Blick über die Dächer der Stadt. Mit ImmoScout24 präsentierten die Füchse einen neuen Goldpartner, der die Runde in seinen Räumen ausrichtete. „Sportlich ist das gefühlt wie ein vorgezogener Top-Transfer“, sagte Hanning. Erstmals seit 22 Jahren seien die Werbeflächen des Klubs so gut wie ausvermarktet.
Dazu kommt mit dem Getränkehersteller Holy ein zweiter neuer Partner. „Ich war meiner Zeit mal wieder voraus“, scherzte Hanning mit Blick auf das Thema Hydration – eine Anspielung auf die Trinkpausen, die bei der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft für Diskussionen gesorgt hatten. Beide Partnerschaften sollen den Füchsen wirtschaftliche Stabilität für die kommenden Jahre geben.






