Jetzt wischt er auch noch den Hallenboden! Mathias Gidsel ist der Alleskönner der Füchse Berlin, und in solch einer Rolle kommen eben manchmal auch Aufgaben außerhalb des Handballfeldes auf einen zu.

Das erste Heimspiel des neuen Jahres am Sonntagnachmittag gegen den TVB Stuttgart konnte nicht rechtzeitig angepfiffen werden: Auf einer Außenbahn des Feldes hatte der Boden die erste Einlaufshow nach der EM-Pause nicht so gut verkraftet und wies erhöhte Rutschgefahr auf. Gidsel musste sich höchstpersönlich ein Handtuch schnappen und mit detaillierter Kleinstarbeit die Reinigung erledigen.

Füchse Berlin: Schwieriges Heimspiel gegen den TVB Stuttgart

Es blieb nicht das einzige Mal an diesem Nachmittag, dass seine Berliner mit Rutschgefahr zu kämpfen hatten: Die Stuttgarter erwiesen sich als äußerst unangenehme Gegner und bereiteten den Füchsen vor allem im ersten Durchgang mächtig Kopfzerbrechen. Erst durch einen 6:1-Lauf nach der Pause bogen die Gastgeber auf die Siegerstraße ein und behielten schließlich mit 37:32 (13:16) die Oberhand.

Gidsel hatte mit „nur“ sieben Treffern diesmal gar nicht mal den allergrößten Anteil daran. Er hatte allerdings auch noch allerhand andere Dinge zu tun, seine Anwesenheit allein hätte wohl auch schon für einen verspäteten Anpfiff ausgereicht.

Gidsel, Andersson, Lichtlein und Langhoff gesondert geehrt

Vor Spielbeginn wurde er bei der Rückkehr in die mit 9000 Zuschauern ausverkaufte Max-Schmeling-Halle nämlich für all seine jüngst erworbenen Auszeichnungen gesondert gefeiert: Gidsel ist zum dritten Mal in Folge Welthandballer geworden und war außerdem bester Torschütze und wertvollster Spieler der Europameisterschaft. Mit Teamkollege Lasse Andersson wurde er dann natürlich auch noch für den gesamten Titelgewinn mit der dänischen Mannschaft geehrt, die deutschen Vize-Europameister Nils Lichtlein und Matthes Langhoff erhielten von Vereinspräsident Frank Steffel und Geschäftsführer Bob Hanning ebenso Präsente.

Womöglich war all das ein wenig zu viel der Folklore, denn als die Partie dann endlich losging, wirkten die Füchse seltsam abwesend und schläfrig. Stuttgart spielte offensiv mit vier Rückraumspielern – dieses taktische Mittel hatte die Berliner schon in der Hinrunde mehrfach zur Verzweiflung gebracht.

Die Halbzeitansprache von Coach Nicolej Krickau fruchtete aber, und den tapferen Stuttgartern gingen irgendwann auch schlicht die Spieler aus. Sie kassierten insgesamt gleich drei (!) Rote Karten: Max Häfner (13. Minute, Gesichtstreffer gegen Lichtlein), Marco Megnon (27., Gesichtstreffer gegen Langhoff) und Antonio Serradilla (38., dritte Zeitstrafe). So war gegen die Füchse schließlich nichts mehr auszurichten.