Der sechste Spieltag der Handball-Bundesliga in der Max-Schmeling-Halle war ziemlich genau zehn Minuten alt, als sich zwei ehemalige Teamkameraden im direkten Duell gegenüberstanden – und die 8509 Zuschauer in der Halle gebannt zuschauten. Genauer gesagt: Max Beneke, Eigengewächs der Füchse Berlin und derzeit an den ThSV Eisenach verliehen, trat beim Siebenmeter gegen Torhüter Lasse Ludwig an. Der Sieger dieses Duells: Ludwig, der, mithilfe der Latte, die Oberhand behielt.
„Beim Siebenmeter gehört immer ein bisschen Glück dazu. Aber ich bin froh, dass ich ihn halten konnte, und wünsche Max alles Gute“, sagte ein gut aufgelegter Ludwig nach der Partie. Für beste Laune hatte dieser auch allen Grund: So wie er gegen Beneke die Oberhand behielt, dominierte die gesamte Berliner Mannschaft das Spiel. Und die unmittelbare Rückkehr hatte sich Beneke womöglich anders vorgestellt. Nicht einmal zwei Monate, nachdem sich der 22-jährige Rückraumshooter per Einjahresleihe Eisenach angeschlossen hatte und unter der Woche im Klub-Interview noch angekündigt hatte, dass die „Freundschaften zur Seite gelegt werden“, konnten er und seine neue Mannschaft den eigentlichen Arbeitgeber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr bringen.
Füchse Berlin: Souveräner Sieg gegen den ThSV Eisenach
Stattdessen mussten die Eisenacher die Heimreise nach Thüringen mit einer deutlichen Niederlage im Gepäck antreten. Für die Füchse entwickelte sich der Abend dagegen zu einem in jeder Hinsicht verdienten 35:23-(19:13)-Heimsieg. Es war der vierte Pflichtspielsieg in Folge – eine Serie, die den Eindruck erweckt, dass ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Und das, obwohl Füchse-Trainer Nicolej Krickau im Vorfeld der Partie gegen Eisenach noch ein „hektisches“ Spiel angekündigt hatte.
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Nach einem zuletzt hart erkämpften Sieg gegen die HSG Wetzlar waren die Eisenacher tatsächlich mit dem obligatorischen, wiedererlangten Selbstvertrauen in die Hauptstadt gereist, nachdem sie zuvor dreimal in Serie unterlegen gewesen waren. Doch dieses Selbstvertrauen half ihnen nicht weiter. Füchse-Trainer Krickau hob nach Spielschluss den Beginn seiner Mannschaft als Schlüssel zum Sieg hervor: „Wir sind sehr zufrieden mit dem guten Start in den ersten 15 Minuten. Gegen Eisenach war es besonders wichtig, von Anfang an gut ins Spiel zu kommen.“
Keine Spur von Hektik oder Chaos
Im Vorfeld hatte der 38-Jährige noch davon gesprochen, wie wichtig es sein würde, dass sein Team „ruhig bleibt“ und „auch wenn es chaotisch wird, eine gute Abwehr stellt.“ Doch von Hektik oder Chaos war keine Spur. Stattdessen präsentierte sich seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit hinweg sichtbar dominant und diszipliniert.
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Ein souveräner Auftritt ohne Wackler. Und das selbst in Spiel eins nach der Nachricht vom feststehenden Abgang von Leistungsträger Lasse Andersson. Der Däne wird sich, entgegen der ursprünglich geltenden Vertragslaufzeit, vorzeitig am Saisonende in seine Heimat verabschieden, wo er künftig für den Erstligisten HOJ Elitehandbold auflaufen wird.
Füchse mit der nächsten Aufgabe gegen Wetzlar
Dass trotzdem ein deutlicher Sieg gelang, ist ein weiteres Signal dafür, dass die Füchse wieder stabil sind und den Trubel der letzten Wochen hinter sich gelassen haben. Gleichzeitig wirken die Berliner in dieser Verfassung bereit für die kommenden Herausforderungen.
Die nächste steht bereits am Mittwoch an, wenn die HSG Wetzlar zur DHB-Pokal-Partie – ausnahmsweise in Potsdam – anreisen wird (19 Uhr, Dyn). Nach dem frühen Ausscheiden in der vergangenen Spielzeit hat sich die Mannschaft in diesem Wettbewerb einiges vorgenommen, wie Mathias Gidsel betonte: „Letztes Jahr war der Pokal eine große Enttäuschung für uns. Deshalb wollen wir es in diesem Jahr besser machen. Darüber haben wir in der Vorbereitung viel gesprochen.“




