Tosender Jubel hallte schon vor dem Anwurf der Bundesliga-Partie gegen die MT Melsungen durch die Max-Schmeling-Halle. Der Grund dafür: das neue Arbeitspapier von Nationalspieler Tim Freihöfer. Die Füchse Berlin binden ihren Linksaußen mindestens bis 2029. Kaum einen Zuschauer hielt es in seinem Sitz, als der 23-Jährige nach der Bekanntgabe der Verlängerung durch den Hallensprecher kurz vor Spielbeginn in die Arena einlief.

Dass die Füchse das Spiel gegen ihre Gäste aus Nordhessen obendrein mit 30:24 (14:13) gewinnen konnten, geriet dabei fast zur Nebensache. Und das, obwohl die Berliner – wie schon unter der Woche in der Champions League, als Aalborg (31:28) zu Gast war – einen guten und vor allem kämpferischen Auftritt hinlegten. Die Mannschaft scheint nach turbulenten Zeiten, geprägt durch aufsehenerregende Entlassungen, herbe Niederlagen und öffentliche Kritik am Klub, wieder in die Spur zu kommen.

Füchse Berlin feiern erlösenden Heimsieg gegen Melsungen

Der Hoffnungsschimmer, den das Spiel gegen die Dänen dargestellt hatte, wurde gegen Melsungen bestätigt – wenn auch denkbar knapp. Die Gäste wussten die Partie lange spannend zu halten und ließen den Meister erst in der Schlussphase enteilen. In der Halle hatte sich zuvor ein wahrer Kampf mit dem glücklicheren Ende für die Hausherren geboten.

„Insgesamt sind wir natürlich sehr zufrieden. Es war ein Spiel wie erwartet: Es brauchte harte Arbeit, eine starke Abwehr und eine überragende Torwartleistung von Dejan (Milosavljev, Anm. d. Red.)“, sagte Cheftrainer Nicolej Krickau nach Abpfiff.

Max Darj: „Wenn man gewinnt, bekommt man Selbstbewusstsein“

Am Ende wurde es ein ganz wichtiger Heimsieg, der die Aufbruchsstimmung, die aus dem Aalborg-Spiel entstanden war, nun noch ein klein wenig größer werden ließ und den Verein wieder in ruhigere Fahrwasser bringt. Kapitän Max Darj zeigte sich erleichtert: „Wir können noch vieles besser machen, aber wenn man gewinnt, bekommt man Selbstbewusstsein. Dann fällt es leichter, am nächsten Tag zum Training zu gehen.“

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Über Wochen war der Handball-Bundesligist abseits des Spielfelds in die Schlagzeilen geraten, während das Team selbst Schwächen offenbarte und zunehmend in eine sportliche Krise zu rutschen schien. Dem entgegen hatte bereits am vergangenen Mittwoch Rückraumspieler Lasse Andersson gegenüber der Morgenpost erklärt, dass sich der Klub unter Neu-Trainer Nicolej Krickau in einer zukunftsweisenden Umstellung befinde und es vollkommen „normal“ sei, dass das Team zumindest kurzfristig „aus dem Rhythmus gekommen“ ist.

Füchse Berlin binden Tim Freihöfer langfristig

Diesen haben die Füchse, so scheint es, wiedergefunden. Der neue Vertrag für Freihöfer ist ebenfalls ein Indikator für die Neuorientierung, die aktuell im Verein stattfindet. Die Berliner setzen ein klares Zeichen für ihren zukünftigen Weg – nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Fans, die Handball-Bundesliga und ihre Spieler.

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„Ich bin sehr froh, dass er (Freihöfer, Anm. d. Red.) sich langfristig an die Füchse Berlin gebunden hat“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning über die vorzeitige Verlängerung. „Es wird sicherlich noch der ein oder andere Erfolg mit ihm im Kader kommen.“

Vom Jungfuchs zum Schlüsselspieler

Klare Worte, die aufhorchen lassen. Freihöfer seinerseits schien derweil fast euphorisch, auch in Zukunft für die Füchse aufzulaufen: „Ich freue mich riesig über die Vertragsverlängerung und das große Vertrauen, das mir der Verein entgegenbringt.“ Weiter erklärte er: „Seit sieben Jahren lebe und spiele ich nun in Berlin – und ich fühle mich hier bei den Füchsen absolut zu Hause.“

Er bekam Sonderapplaus – Tim Freihöfer (r.) lief vor Spielbeginn gegen Melsungen als Letzter in die Halle ein, während seine Vertragsverlängerung unter großem Jubel der Zuschauer bekannt gegeben wurde.
Er bekam Sonderapplaus – Tim Freihöfer (r.) lief vor Spielbeginn gegen Melsungen als Letzter in die Halle ein, während seine Vertragsverlängerung unter großem Jubel der Zuschauer bekannt gegeben wurde.© picture alliance / contrastphoto | O.Behrendt

2018 kam Freihöfer als Teenager aus Baden-Württemberg in die Hauptstadt. Heute ist der 23-Jährige ein Paradebeispiel für die gelungene Nachwuchsarbeit der Berliner. Aus der Akademie heraus zum Profi gereift, war er ein tragender Teil der ersten historischen Meisterschaft, die die Füchse in der vergangenen Spielzeit erringen konnten.

Nicolej Krickau: Die Verlängerung ist ein „No-Brainer“

Eine Saison, in der Freihöfer mit 210 Treffern nicht nur zweitbester Füchse-Schütze wurde, sondern mit dieser Anzahl an Toren auch im HBL-Ranking auf Platz sechs landete. Eine Leistung, die auch Bundestrainer Alfred Gislason veranlasste, den gebürtigen Reutlinger erstmals für die deutsche Nationalmannschaft zu nominieren. Im März dieses Jahres debütierte Freihöfer für das A-Team.

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Für Füchse-Trainer Krickau ist die Entscheidung zur weiteren Zusammenarbeit mit Freihöfer ein „No-brainer“, wie der 38-Jährige ganz umgangssprachlich zum Besten gab. Er betonte, dass es „keiner langen Überlegungszeit bedurfte“. Der Flügelflitzer soll weiterhin das Gesicht des Vereins bleiben und gemeinsam mit Zugang Aitor Arino das Spiel auf dem linken Flügel stärken.

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